Stand: 26.02.2020 20:13 Uhr  - Nordmagazin

"AKK" beim politischen Aschermittwoch: Nachfolge fair austragen

Die scheidende CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dazu aufgerufen, den Machtkampf um ihre Nachfolge fair auszutragen. Die Nachfolge sei ein demokratischer Wettkampf, der politische Gegner stehe nie in den eigenen Reihen, sondern immer außerhalb der Partei, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwochabend. Ende April wird ihr Nachfolger auf einem Sonderparteitag in Berlin gekürt.

Politischer Aschermittwoch mit "AKK" in Demmin

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Ihre Rede beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin nutzte die scheidende Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer für eine klare Abgrenzung von AfD und Linken.

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"Das ist nicht der Untergang der CDU"

Die 57-Jährige wurde in Demmin mit freundlichem, aber nicht begeistertem Applaus empfangen. Die Stimmung in der Tennishalle war im Vergleich zu den Vorjahren etwas gedämpft, etliche Plätze an den Biertischen waren leer geblieben. Kramp-Karrenbauer machte klar, dass sie der Politik als Verteidigungsministerin erhalten bleibe. Sie warnte davor, ihren vorzeitigen Abgang zu dramatisieren. "Das ist nicht der Untergang der CDU. Und das ist nicht der Untergang von Deutschland." Die scheidende CDU-Vorsitzende warnte ihre Partei davor, sich zuviel mit sich selbst zu beschäftigen. "Wir sind nicht der Nabel der Welt." Viele Menschen fragen sich angesichts der Vorfälle in Hanau und Volkmarsen, ob sie sich nicht mehr gefahrlos treffen und feiern können. Darauf müsse die CDU Antworten finden. 

CDU braucht "keine wochenlange Castingshow"

Für ihre kämpferische Rede gab es stellenweise viel Beifall, etwa als mit einem Seitenhieb auf die Sozialdemokraten sagte: "Ich bin stolz darauf, dass es anders als bei den Sozialdemokraten nicht erst eine wochenlange Casting-Show braucht, um überhaupt irgendjemanden zu finden, der überhaupt bereit ist, Vorsitzender dieser Partei zu werden, sondern dass wir aus dem stand heraus tolle Kandidaten haben." Auf einen Favoriten legte sich die scheidende CDU-Vorsitzende aber nicht fest.

Abgrenzung von AfD und Linken

Kramp-Karrenbauer grenzte sich in einer emotionalen Rede erneut von der AfD ab, Nazis dürften nicht mit den Stimmen der CDU unterstützt werden. Auch mit der Linken, der sie vorwarf, Gewalt gegen die Polizei zu verharmlosen, könne es keine Zusammenarbeit gebe. Die CDU habe einen klaren Kompass, so die CDU-Chefin. Sie forderte ihre Partei zu einem modernen, konservativem Profil auf. Es gelte, den Kern zu bewahren, aber in einer Form, wie es heutzutage angebracht sei. Mit Blick auf die SPD sagte "AKK", diese könne sich Empfehlungen auf den Umgang der Union mit Linken und AfD sparen. Die neue Führung der Sozialdemokraten sollten besser vor der eigenen Haustür kehren.

Amthor und Hoffmeister im Gespräch mit der Basis

Auch die beiden Anwärter auf den Landesvorsitz waren in Demmin: Justizministerin Katy Hoffmeister und der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor. Die Nachfolge des bisherigen CDU-Landeschefs Vincent Kokert soll Ende März auf einem Sonderparteitag in Warnemünde geklärt werden. Hoffmeister und Amthor gingen beide nicht in die Bütt, zeigten sich aber der Basis und suchten das Gespräch mit den Parteimitgliedern.

Rehberg attackiert Landes-SPD

Interims-Landeschef Eckhardt Rehberg feuerte einige Breitseiten auf die Landes-SPD ab. Das Azubi-Ticket müsse endlich kommen - und zwar kostenlos, sagte Rehberg. Die SPD müsse die Bremsen endlich lösen. Dem Vorpommern-Staatssekretär der SPD, Patrick Dahlemann, warf Rehberg vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Die Hilfen für Vorpommern beispielsweise für das Schloss Ludwigsburg seien vom Bund gekommen. Dahlemann habe damit überhaupt nichts zu tun.

AfD-Sprecher Holm: Sind einzig bürgerlich-konservative Partei

Ebenfalls nach Demmin lud die AfD zum politischen Aschermittwoch, etwa 70 Partei-Anhänger fanden sich im Tannenrestaurant ein. Der AfD-Landessprecher in MV, Leif-Erik Holm, machte gleich zu Beginn seiner Rede klar, dass man ganz bewusst zum dritten Mal in Demmin sei - auch um einen Kontrapunkt zur CDU zu setzen. Applaus gab es, als Holm sagte, dass die AfD die einzige bürgerlich-konservative Partei in Deutschland sei.

AfD: Zuwanderung ja - aber kontrolliert

Inhaltlich kritisierte Holm unter anderem die Energiewende, die er als "Blödsinn" bezeichnete. Windparks und Solarparks würden bei geringem Nutzen nur die Natur verschandeln. Es sei sinnvoller aufzuforsten und den Regenwald zu retten. Holm betonte einmal mehr, dass die AfD nicht gegen Zuwanderung sei. Diese müsse jedoch kontrolliert erfolgen. Das Ziel der AfD sei es, im nächsten Jahr bei den Landtagswahlen im Nordosten stärkste Kraft zu werden.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 26.02.2020 | 19:30 Uhr

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