NDR Info - Redezeit

Holocaust-Gedenktag: Verändert der Krieg Gedenken und Gedanken?

Donnerstag, 26. Januar 2023, 21:03 bis 22:00 Uhr, NDR Info

NDR Info Redezeit: Verändert der Krieg Gedenken und Gedanken?

Sendung: Redezeit | 26.01.2023 | 21:03 Uhr

Hörerinnen und Hörer haben in der NDR Info Redezeit zusammen mit Experten diskutiert. Die komplette Sendung als Video-Mitschnitt.

Erinnern ist auch mit aktuellen Eindrücken verbunden. Ändern sich Gedenkveranstaltungen und Gefühle angesichts des Russland-Ukraine-Kriegs? Sollten sich Erinnerungsrituale ohnehin wandeln? Über dieses Thema wurde am Donnerstag (26.01.2023) in der NDR Info Redezeit diskutiert.

Vor 78 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten Einheiten der Roten Armee die etwa 7.500 verbliebenen kranken und sterbenden Menschen im Konzentrationslager Auschwitz. Im Lagerkomplex waren zuvor bereits rund 1,1 Millionen Menschen gestorben. Seit 2006 wird der 27. Januar weltweit an vielen Orten als "Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" begangen - des Gedenkens an rund sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden, die dem systematischen Völkermord der Nazis zum Opfer fielen.

Blickt man in diesem Jahr mit anderen Gefühlen darauf? Mit Russland ist eine der Opfer-Nationen, an die sich das Gedenken richtet, nun auch eine Täter-Nation. Stellt das die Rituale des Gedenktags infrage?

Wie sehr ist Erinnern mit aktuellen Einflüssen verbunden?

Vertreterinnen und Vertreter der Ukraine in Deutschland hatten etwa anlässlich des Gedenktags in Neuengamme im Mai vergangenen Jahres erneut die Errichtung eines eigenständigen Denkmals für die KZ-Opfer aus der Ukraine verlangt - bislang wird häufig "den Opfern der Sowjetunion" gedacht.

Zwei Nachfolgestaaten eines von Deutschland im Zweiten Weltkrieg angegriffenen Landes befinden sich nun im Krieg gegeneinander. Ändert das die Arbeit von Gedenkstätten? Muss sich Erinnerungsarbeit generell dem aktuellen Kontext anpassen? Wie bleibt Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs "lebendig" - und auf historisch fundiertem Boden? Wie sollen wir also damit umgehen, wenn im aktuellen Kriegskontext Vergleiche mit dem Holocaust gezogen werden?

NDR Info Moderatorin Janine Albrecht begrüßte als Gäste:

Dr. Ulrike Jureit
Historikerin in der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur

Katrin Unger
Kulturwissenschaftlerin, Leiterin "Bildung und Begegnung" in der niedersächsischen Holocaust-Gedenkstätte Bergen-Belsen

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