Stand: 07.05.2021 09:09 Uhr

Coronavirus: Aktuelle Zahlen für den Norden

Wie viele Corona-Neuinfektionen gibt es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen? Wie hoch ist die Inzidenz? Welche Altersgruppen haben das höchste Infektionsrisiko? Und wie viele Covid-19-Todesfälle gab es bislang im Norden? NDR.de liefert aktuelle Zahlen und Fakten für alle norddeutschen Bundesländer.

Hinweis: Die Infektionszahlen basieren auf den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und sind am Vortag des jeweils angegebenen Datums ans RKI übermittelt worden. Die Werte können von denen anderer Quellen, etwa der Bundesländer, abweichen. Das RKI ist die einzige Stelle, die die Daten aller Bundesländer sammelt, sodass man sie untereinander vergleichbar darstellen kann. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Daten so aktuell wie möglich zu zeigen - ohne dabei den Trend zu verfälschen.

7-Tage-Inzidenz in den norddeutschen Bundesländern

Eine wichtige Kenngröße in der Corona-Pandemie ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz.

Mehr Details zu den Corona-Zahlen in Ihrer Region liefert die Grafiken auf der NDR Seite über die Corona-Situation in den Kreisen.

VIDEO: Björn Schwentker (NDR Data) erklärt die Corona-Zahlen (7 Min)

Corona-Neuinfektionen: Sieben-Tage-Trend in Prozent

Betrachtet man den zeitlichen Verlauf der Corona-Neuinfektionen in Norddeutschland seit dem Frühjahr 2020, so ist deutlich zu erkennen, dass sich der Norden Ende März 2021 mitten in der dritten Welle befindet, die ihren Ausgangspunkt auf einem deutlich höheren Niveau hat als die zweite.

Die Prozentzahl in der Grafik zeigt, wie sich die Summe der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen im Vergleich zur selben Summe eine Woche zuvor verändert hat. Ist der Wert positiv, liegt die jüngste Sieben-Tage-Summe höher als die über den Vergleichszeitraum eine Woche zuvor. Ist der Wert negativ, gehen die Neuinfektionen zurück.

Entwicklung der Inzidenz: Niedersachsen, Hamburg, MV und SH im Vergleich

Die Pandemie verläuft nicht überall gleich. In Städten, wo die Menschen näher zusammenleben, kann die Situation schwieriger sein als auf dem Land. Über den tatsächlichen Pandemie-Verlauf in Norddeutschland geben gewichtete Zahlen einen deutlich besseren Aufschluss als absolute Fallzahlen: So leben in Niedersachsen mehr Menschen als etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Der direkte Vergleich der Neuerkrankungen würde einen falschen Eindruck vermitteln. Daher sollte auch im regionalen Vergleich die Anzahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner betrachtet werden, die sogenannte Inzidenz.

Inzidenz nach Altersgruppen: Wer hat das höchste Infektionsrisiko?

In der ersten Welle der Pandemie infizierten sich vor allem die Ältesten, während Menschen mittleren Alters seltener positiv getestet wurden. Allerdings setzten sich die über 80-Jährigen erst nach einigen Wochen an die Spitze des Infektionsgeschehens. Dieses Muster wiederholt sich in der zweiten Welle. Mittlerweile haben wieder die Ältesten das höchste Risiko, sich zu infizieren - leider oft mit tödlicher Folge. Die ersten Monate des Jahres 2021 zeigen bereits, dass mutmaßlich die Impfung der über 80-Jährigen deren Infektionszahlen deutlich nach unten drückt. Verursacht durch die aggressiveren Virus-Mutationen und einen sehr hohen Anteil Nicht-Geimpfter in den jüngeren Altersgruppen sind diese in der dritten Welle besonders von Infektionen betroffen. Hier finden Sie mehr über Stand und Ablauf der Impfungen in den norddeutschen Bundesländern.

Corona-Intensivpatienten mit und ohne Beatmung

Die Verteilung der Infizierten auf die Altersgruppen beeinflusst auch die Auslastung der Intensivstationen - eine weitere wichtige Kenngröße, um die Dynamik der Pandemie einzuschätzen. Wie viele Covid-19-Patientinnen und Patienten werden in den fünf Nord-Ländern zusammengerechnet intensivmedizinisch behandelt? Die hellblaue Linie bildet im Verlauf der vergangenen Monate die Gesamtzahl aller Betroffenen ab, die dunkelblaue die schweren Fälle, bei denen künstlich beatmet werden muss.

Und mit der Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinische Versorgung benötigen, nimmt auch die Last zu, die die Krankenhäuser zusätzlich zum Regelbetrieb stemmen müssen. Wie die Situation in norddeutschen Krankenhäusern aussieht, lesen Sie hier.

Covid-19: Anteil der Hochrisikogruppen pro Bundesland

Fast ein Drittel aller Menschen in Norddeutschland hat ein stark erhöhtes Risiko, im Fall einer Corona-Infektion einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung durchzumachen. Eine Studie des RKI zeigt, dass sogar die Hälfte der Norddeutschen ein generell erhöhtes Risiko hat. In Norddeutschland sind die Risikogruppen - gemessen an der Gesamtbevölkerung - in Mecklenburg-Vorpommern am größten, in Hamburg am kleinsten. Das Risiko für einen schweren Verlauf gilt dem RKI zufolge als erhöht, wenn jemand mindestens 65 Jahre alt ist oder wegen Vorerkrankungen mit größerer Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus muss, zum Beispiel bei Diabetes, chronischen Nierenbeschwerden oder Übergewicht ab einem Body-Mass-Index von 40.

Covid-19-Todesfälle der vergangenen sieben Tage im Norden

Während die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu Beginn der zweiten Welle noch selten waren, schnellte ihre Zahl ab Ende Oktober 2020 in die Höhe. Dieselbe Verzögerung zeigte sich schon während der ersten Welle: Wenn die Zahl der Neuinfektionen zu steigen beginnt, dauert es 14 Tage oder etwas länger - dann steigt auch die Zahl der Toten. Denn zwischen Infektion und Tod steht ein manchmal mehrwöchiger Kampf gegen die Krankheit.

Covid-19-Tote pro eine Million Einwohner in den Bundesländern

In den meisten norddeutschen Bundesländern ist die Zahl der an oder mit Covid-19 Verstorbenen längst vierstellig. Weil in den Ländern unterschiedlich viele Menschen leben, lässt sich die Covid-19-Sterblichkeit allerdings nur anhand des Anteils der Toten pro einer Million Einwohner vergleichen. Die folgende Tabelle gibt diesen Anteil an (Balken), aber auch die absolute Zahl der inzwischen Verstorbenen.

Haben Sie Fragen und Anregungen? Schreiben Sie uns an data@ndr.de.

Hinweise zu den RKI-Daten

  • Das RKI zählt labor-diagnostizierte Fälle. Die Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist also aller Wahrscheinlichkeit nach größer als die bestätigten Infektionsfälle.
  • Wegen des Meldeverzugs tauchen neue Fälle meist Tage später in den Daten auf. Zum Teil werden Fälle, die Wochen zurückliegen, nachgemeldet. Die meisten nachgemeldeten Fälle verteilen sich auf die vergangenen drei bis vier Tage. Vorsicht ist vor allem an Wochenenden und Feiertagen geboten. Letztlich bedeutet das: Abflachende Infektionskurven können ein trügerisches Bild zeichnen.
  • Die Zählung der Todesfälle des RKI kann von der Zählung der Bundesländer abweichen, da Bundesländer wie Hamburg nur Fälle zählen, bei denen Covid-19 als Todesursache festgestellt wurde.
  • Schließlich kann eine veränderte Strategie beim Testen die Zahlen beeinflussen: Je mehr getestet wird, desto mehr Infizierte wird man finden.

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