Stand: 30.01.2020 10:00 Uhr

FAQ: Erklärungen zu Arbeitsmarkt-Begriffen

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Nicht alle Menschen ohne Arbeit werden bei den Arbeitslosenzahlen erfasst.

In den monatlichen Informationen der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Regionaldirektionen werden in den Arbeitsmarktzahlen verschiedene Zahlen und Begriffe genannt, deren Bedeutung hier erklärt wird.

Wer wird unter dem Begriff Arbeitslosenzahl erfasst?

Die Zahl nennt keineswegs alle Menschen ohne Beschäftigung. Wer die nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllt, wird auch als "Nichtleistungsbezieher" als Arbeitsloser gezählt: Der Wert berücksichtigt nur Menschen, die zurzeit keine Arbeit haben oder nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten, aber mehr als 15 Wochenstunden arbeiten wollen und dafür auch zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass sie sich überhaupt arbeitslos gemeldet haben müssen. Um als Arbeitsloser gezählt zu werden, muss man nicht zwingend auch Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II beziehen. Bei der Arbeitslosenzahl fehlen all diejenigen, die in Arbeitsmarktmaßnahmen stehen, sich krank gemeldet haben, Kinder erziehen oder ansonsten aktuell dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Auch Langzeitarbeitslose, die älter als 58 Jahre sind, seit zwölf Monaten Hartz IV bekommen haben und denen in dieser Zeit kein Job angeboten werden konnte, fallen aus der Statistik.

Was ist die Arbeitslosenquote?

Die Arbeitslosenquote setzt die Zahl der "offiziellen Arbeitslosen" in Bezug zu der arbeitsfähigen Bevölkerung, den sogenannten zivilen Erwerbspersonen. Dahinter verbirgt sich die Summe aus sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten, Auszubildenden, Beamten, Selbstständigen, mithelfenden Familienangehörigen und Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote läge im Regelfall höher, wenn alle Menschen ohne Arbeit berücksichtigt würden. Darum veröffentlicht die BA auch die Unterbeschäftigungsquote.

Was sagt die Zahl der Unterbeschäftigung aus?

Hier werden nicht nur die "offiziellen" Arbeitslosen erfasst, sondern auch diejenigen, die in Maßnahmen sind oder sich krank gemeldet sind. Das ist somit die spannendste Zahl der monatlichen Statistik. Der verstärkte Einsatz von Arbeitsmarktmaßnahmen würde hier zwar die Arbeitslosigkeit verringern, nicht aber die Unterbeschäftigung. In den Zahlen fehlen allerdings immer noch diejenigen, die sich gar nicht bei der BA gemeldet haben.

Was sagt der Vormonatsvergleich aus?

Interessant ist der Vormonatsvergleich lediglich hinsichtlich der absoluten Zahl. Ansonsten ist der Wert nur bedingt aussagekräftig, da beispielsweise ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen im Winter oder zu den Sommerferien üblich ist.

Was sagt der Vorjahresvergleich aus?

Der Vorjahresvergleich setzt die Arbeitslosenzahl in Bezug zum gleichen Monat des vergangenen Jahres. Diese Zahl ist also hinsichtlich der - vor allem langfristigen - Entwicklung von Arbeitslosigkeit aussagekräftiger.

Was ist die Saisonbereinigung?

Die Saisonbereinigung rechnet den üblichen saisonalen Einfluss aus der Arbeitslosigkeit heraus. Dabei ist weniger die absolute saisonbereinigte Arbeitslosenzahl von Interesse als vielmehr die Vormonatsveränderung. Sie ermöglicht eine Einschätzung zum Einfluss der Konjunktur auf die (Vormonats-)Veränderung der Arbeitslosigkeit.

Was ist die Beschäftigungsquote?

Die Beschäftigungsquote setzt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ins Verhältnis zur Bevölkerung. Üblicherweise berücksichtigt sie nur die Altersgruppe der 15- bis unter 65-Jährigen.

Was verbirgt sich hinter dem BA-X?

Der Stellenindex BA-X berücksichtigt die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten ungeförderten Arbeitsstellen sowie die gemeldeten Stellen für Freiberufler, Selbstständige und aus der privaten Arbeitsvermittlung. Die zugrunde liegenden Zahlen sind saisonbereinigt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 30.01.2020 | 11:00 Uhr