Stand: 20.09.2020 06:00 Uhr

Demonstranten: "Reiche müssen für Krise zahlen"

Teilnehmer einer Demonstration, die fordern, dass Reiche für die Corona-Krise bezahlen, laufen durch Pöseldorf. © NDR Foto: Elke Spanner
Die Teilnehmenden fordern, dass Reiche für die Corona-Krise bezahlen.

Am Samstagabend haben im Hamburger Nobelstadtteil Pöseldorf etwa 1.100 Demonstranten und Demonstrantinnen gefordert, dass die besser gestellten Menschen in Hamburg Geld geben sollen, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen. Das Motto der Demonstranten und Demonstrantinnen war "Wer hat, der gibt". Laut Polizei verlief der Auftakt am Dammtorbahnhof und der Marsch über den Mittelweg friedlich.

"Besetzen, Enteignen, Vergesellschaften"

Teilnehmer einer Demonstration, die fordern, dass Reiche für die Corona-Krise bezahlen, laufen durch Pöseldorf. © NDR Foto: Elke Spanner
Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander, sagte ein Redner.

"Die Reichen müssen für die Krise bezahlen", hieß es im Aufruf der Veranstaltung. Ähnlich klangen die Slogans auf den Plakaten der Demonstrierenden. "Aus dem Weg, Kapitalisten, wir nehmen euer System nicht hin" oder "Wer hat, dem wird genommen: Besetzen, Enteignen, Vergesellschaften" war darauf zu lesen. Die Demonstrierenden forderten, die Krankenhäuser zu verstaatlichen, eine Reichensteuer einzuführen und die Mieten zu senken. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander, sagte ein Redner. "Wir sind gekommen, um zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann und wir bereit sind, umzuverteilen."

Als linksextrem eingestufte Gruppen dabei

Unterstützt wurde die Kundgebung auch von Gruppen, die der Verfassungsschutz als linksextrem einstuft - wie der Interventionistischen Linken und der anarchistischen Libertären H-Burg. Die Polizei war auf Ausschreitungen vorbereitet, mit starken Kräften im Einsatz. Auch Wasserwerfer und die Reiterstaffel standen bereit. Nach der Abschlusskundgebung gab es am späten Samstagabend noch ein Konzert am Harvesterhuder Weg. Größere Zwischenfälle gab es aber nicht. Vereinzelt sei Pyrotechnik abgebrannt worden, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt sei die Demonstration jedoch "bunt und friedlich" verlaufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.09.2020 | 08:00 Uhr

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