Passanten mit Mund-Nasen-Schutz laufen durch eine Fußgängerzone. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Coronavirus: Diese Regel-Verschärfungen drohen in Hamburg

Stand: 15.10.2020 20:32 Uhr

Nach dem Corona-Gipfel in Berlin bereiten sich Hamburgs Behörden auf Verschärfungen der Regeln vor. Denn die Fallzahlen in Hamburg steigen und nähern sich dem Grenzwert. Dann droht eine Sperrstunde.

Sollten die Corona-Zahlen weiter steigen, müssten Restaurants und Kneipen demnächst ab 23 Uhr schließen. Auf diese bundesweite Regel hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs geeinigt. In den Hamburger Behörden hat die Arbeit an den neuen Corona-Regeln bereits begonnen.

Maßnahmen sollen Lockdown verhindern

Klar ist, dass Familienfeiern und Partys wieder eine Nummer kleiner ausfallen müssen. In Gaststätten durfte man bisher mit 50 Leuten feiern - künftig sind es nur noch 25. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, die beschlossenen Maßnahmen sollten einen zweiten Lockdown verhindern.

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Hamburg nähert sich dem Grenzwert

Denn den ersten kritischen Wert hat Hamburg schon vor gut einer Woche gerissen: mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in einer Woche. Am Donnerstag lag der Wert bei gut 41 und damit nicht mehr weit entfernt vom Grenzwert von 50 Neuinfektionen.

Es droht die Sperrstunde ab 23 Uhr

Ab dieser Marke sollen schärfere Schutzmaßnahmen greifen. Dann würde auch in Hamburg ab 23 Uhr eine Sperrstunde gelten. Wer dann noch feiern will, kann es nur noch zu Hause - und auch dort nur noch mit zehn Leuten.

Ansteckungen auch am Arbeitsplatz

Allerdings: Inzwischen sind nicht nur Partys und Feiern das Problem - sondern auch der Arbeitsplatz. Diese Beobachtung machen die Hamburger Gesundheitsämter. Deshalb gibt es noch einmal den dringenden Appell, zu Hause zu bleiben, wenn man sich krank fühlt.

Klinikpersonal soll schneller getestet werden

Um das Virus möglichst aus den Krankenhäusern und Pflegeheimen herauszuhalten, soll das Personal dort so schnell wie möglich regelmäßig getestet werden. Diese Tests sind Teil einer neuen, bundesweiten Strategie, bei der so bald wie möglich auch die neuen Schnelltests zum Einsatz kommen sollen.

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Hamburg bleibt bei Beherbergungsverbot

Bis zu einer Überschreitung des Grenzwertes dürfte sich in Hamburg erst einmal nicht viel ändern. Denn aktuell gelten hier schon relativ strikte Corona-Regeln. Auch am Beherbergungsverbot hält Hamburg wohl erst einmal fest - obwohl selbst Bürgermeister Tschentscher diese Regel nicht gut findet. Er pocht jedoch auf Einheitlichkeit in allen Bundesländern. Das fordert auch die Hamburger Handelskammer. Mehrere Bundesländer hatten das Verbot am Donnerstag gekippt - oder es wurde von den Gerichten gekippt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.10.2020 | 17:00 Uhr

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