Corona-Kontrollen: 355 Lokale und Bars in Hamburg überprüft

Stand: 10.10.2020 19:54 Uhr

Mehr als 250 Einsatzkräfte von Polizei, Bezirksämtern und Zoll haben am Freitagabend die Einhaltung von Corona-Auflagen überprüft. Betroffen waren Lokale und Shisha-Bars in allen Hamburger Stadtteilen.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer informierte am Sonnabendmittag bei einer Pressekonferenz im Rathaus über die Ergebnisse der Aktion. Demnach konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf mehrere Hotspots: Die Schanze, St. Pauli, den Mühlenkamp und Billstedt. "Wir haben insgesamt 355 Betriebe überprüft, 314 waren ohne Mängel", sagte er. Vor allem in Billstedt hätten sich viele Lokale und Shisha-Bars aber nicht an die Corona-Regeln gehalten. "Man kann teilweise von einem Tohuwabohu sprechen", so Meyer. Kontaktlisten seien unvollständig ausgefüllt worden, Verantwortliche hätten gefälschte Papiere gehabt, die Kohlenmonoxid-Belastung sei so hoch gewesen, dass man mehrfach die Feuerwehr habe rufen müssen.

Einsatzkräfte ordnen Schließung von Shisha-Bar an

In der Billstedter Hauptstraße musste eine Shisha-Bar geschlossen werden - wegen erheblicher Verstöße. Dort hatte die Feuerwehr zu viel Kohlenmonoxid gemessen. Außerdem konnten Abstände nicht eingehalten werden. Polizeisprecherin Sandra Levgrün sagte zu NDR 90,3: "Inzwischen sind wir in einem Zeitraum, wo jeder die Auflagen kennen muss. Jetzt wird auch kein Auge mehr zugedrückt, jetzt wird konsequent durchgegriffen." Die Kontrollen seien erforderlich gewesen. "Wir haben offenbar die richtigen Läden ausgesucht, es sind erhebliche Mängel festgestellt worden. Das ist ein Zustand, der nach Wochen und Monaten dieser Auflagen wirklich nicht tolerabel ist."

VIDEO: Pressekonferenz zu Corona-Großkontrollen und Maskenpflicht (34 Min)

Ziel: Bei jüngeren Menschen beliebte Lokale

Bei den großflächigen Kontrollen am Freitagabend ging es um Lokale, Bars und andere Gastronomiebetriebe, in denen vor allem 20- bis 40-Jährige feiern und gegebenenfalls Alkohol trinken. "Das ist genau die Altersgruppe, von der wir im Moment wissen, dass sie sich zu häufig mit Corona anstecken und dann gewisse Infektionsketten aulösen", sagte Levgrün.

Hartes Durchgreifen bei Verstößen

Die Kontrollen sollten laut Polizei dafür sorgen, dass Menschen, die die Corona-Auflagen trotz steigender Infektionszahlen nicht beachten, Konsequenzen spüren. Ziel sei es, die Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen. Gastronomiebetriebe, die gegen Regeln verstoßen, müssen mit Bußgeldern oder bei schwerwiegenden Verstößen mit einer Schließung rechnen. In den vergangenen Wochen hatten die Polizei und das Bezirksamt Hamburg-Mitte schwerpunktmäßig Lokale im Schanzenviertel und auf St. Pauli kontrolliert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.10.2020 | 21:00 Uhr

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