Eine Spritze holt Flüssigkeit aus einem Behälter dahinter sind Symbole von Viren. © picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

Corona-Impfstoff am UKE erstmals Menschen injiziert

Stand: 15.10.2020 21:47 Uhr

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geht die Entwicklung eines möglichen Corona-Impfstoffes voran. Sechs von 30 Teilnehmenden einer Teststudie wurde der Impfstoff bereits gespritzt.

Nach Informationen von NDR 90,3 wurde der Wirkstoff am vergangenen Freitag das erste Mal einer Test-Person injiziert. Das UKE will noch nicht viel darüber verraten - dafür sei es noch zu früh, weil die Impfstudie gerade erst begonnen hat. Die Forscherinnen und Forscher wollen keine unnötig hohen Erwartungen wecken. Aber: Bisher läuft wohl alles nach Plan.

Phase 1: Wie sicher ist der Impfstoff?

Die erste Test-Person war eine Frau, die sich - ebenso wie viele andere - als Freiwillige beim UKE gemeldet hatte. Weil sie die Erste war, bekam sie den Wirkstoff nur in einer niedrigen Dosis, um ganz sicherzugehen. Erst 24 Stunden später kamen dann die nächsten beiden Probanden an die Reihe. Inzwischen wurde der Wirkstoff sechs der insgesamt 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern injiziert. In der ersten Phase der Impfstudie geht es erst einmal darum herauszufinden, wie sicher und verträglich der Impfstoff ist und ob das Immunsystem überhaupt auf den Impfstoff reagiert.

VIDEO: Corona-Impfstoff: UKE führt Tests an 30 Freiwilligen durch (6 Min)

Dritte genehmigte Corona-Impfstudie in Deutschland

Sollte dieser erste Durchlauf erfolgreich sein, wird der Impfstoff in zwei weiteren Phasen getestet. Beginn dafür könnte schon Ende des Jahres sein. Erst danach kann er zugelassen werden. Die Corona-Impfstudie am UKE ist die dritte, die von den Behörden in Deutschland genehmigt wurde. Entwickelt wurde der Impfstoff in Marburg vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und einem Pharma-Unternehmen aus Sachsen-Anhalt.

Der Wirkstoff ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Er basiert auf Viren, die für den Menschen harmlos sind. Sie sollen Teile des Erbmaterials des Coronavirus in die menschlichen Zellen einschleusen, damit das Immunsystem Abwehrstoffe entwickeln kann. Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie des UKE, leitet die klinische Studie als verantwortliche Prüfärztin.

Größere Studie soll folgen

In der zweiten umfangreicheren Studienphase sollen weitere Probandengruppen - darunter auch ältere Menschen - in die Tests einbezogen werden, erklärte Addo. An diesen Studien werden neben dem UKE unter anderem auch die Unikliniken in Tübingen, Marburg und München beteiligt sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.10.2020 | 07:00 Uhr

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