Biertische sind vor den Cafes an der Roten Flora im Schanzenviertel gestapelt. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Corona: Hamburg droht zum Risikogebiet zu werden

Stand: 19.10.2020 09:29 Uhr

In Hamburg ist der Inzidenzwert auf 49,8 gestiegen und nahe am Grenzwert von 50. Senatssprecher Marcel Schweitzer geht davon aus, dass die 50er-Marke bereits heute überschritten wird. Dann würde die Hansestadt zum Risikogebiet - und weitere Einschränkungen drohen, etwa beim Sport, in den Schulen und bei privaten Feiern.

Hamburg droht zu einem Corona-Risikogebiet zu werden - so wie Berlin, Bremen, Köln oder München es schon sind. Am Wochenende stieg die Zahl der registrierten Neuinfektionen am Sonnabend um 131 und am Sonntag um 162, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit insgesamt 9.908 Menschen mit dem Virus infiziert. Der Inzidenzwert, der die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen beziffert, erhöhte sich dadurch auf 49,8. Damit blieb er nur sehr knapp unter dem kritischen Wert von 50.

Marcel Schweitzer, Sprecher des Hamburger Senats spricht auf einer Landespressekonferenz.

AUDIO: Hamburg und die 50er-Grenze: Senatssprecher im Interview (5 Min)

Senat reagierte bereits mit strengeren Regeln

Hamburgs Senat hatte wegen der seit Wochen steigenden Infektionszahlen bereits am Freitag diverse Verschärfungen der Corona-Regeln bekannt gegeben. So gilt seit Sonnabend für Gaststätten etwa eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens sowie ein Alkoholverkaufsverbot. Senatssprecher Schweitzer sagte am Montagmorgen bei NDR 90,3, dass auch bei einem Überschreiten der 50er-Grenze erst einmal beobachet werden solle, ob die neuen Regeln greifen. "Wir schauen uns das erst einmal zehn Tage an."

Verschärfungen bei Überschreiten des Grenzwertes

Bei möglichen weiteren Verschärfungen der Corona-Regeln dürfte es an erster Stelle um Privat-Feiern gehen - dann können zum Beispiel Geburtstage nur noch mit insgesamt 10 Leuten - statt bisher 25 Menschen - gefeiert werden und in privaten Räumen solche Feierlichkeiten auf zwei Hausstände beschränkt werden.

Grafik: Drei Coronaviren (modellhaft) auf schwarzem Hintergrund. © picture alliance Foto: 360-berlin/ Jens Knappe

AUDIO: Corona: Das droht bei Grenzwert-Überschreitung in Hamburg (1 Min)

Staatsrat rechnet mit Einschränkungen beim Sport

Auch der Sport könnte betroffen sein. Sport-Staatsrat Christoph Holstein sagte im Gespräch mit NDR 90,3, dass er mit weiteren Einschränkungen rechnet, was die Zahl der Zuschauer angeht. Bei diversen Ligen werde bereits über eine freiwillige Einstellung diskutiert. Für Senatssprecher Schweitzer ist die Stadien-Situation dagegen nicht das Hauptproblem. Er sieht mögliche Neuregelungen eher bei Hallen-Sportarten.

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Auch an Schulen drohen schärfere Regeln

Bildungssenator Ties Rabe (SPD) wies darauf hin, dass er eine Verschärfung der Maskenpflicht an Schulen nicht ausschließe. Bereits seit Montag müssen Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler von Berufsschulen und Oberstufen auch im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen. Zudem müssen Klassen alle 20 Minuten stoßgelüftet werden. "Sollte sich das Infektionsgeschehen dramatisch verschlimmern, werden wir die Maskenpflicht an Schulen Schritt für Schritt und behutsam ausweiten", sagte Rabe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.10.2020 | 06:00 Uhr

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