Stand: 08.09.2020 14:24 Uhr  - NDR 90,3

Airbus: Arbeitnehmer demonstrieren gegen Stellenabbau

Beschäftigte demonstrieren gegen betriebsbedingte Kündigungen bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder © dpa Foto: Ulrich Perrey
200 Beschäftigte durften wegen der Corona-Pandemie an der Demonstration teilnehmen.

Mit einem Aktionstag an den Airbus-Standorten hat die Gewerkschaft IG Metall am Dienstag in den Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau beim Flugzeugbauer Druck gemacht. Im Hamburger Airbus-Werk in Finkenwerder fand eine Kundgebung statt - aufgrund der Corona-Beschränkungen durften daran nur etwa 200 Frauen und Männer teilnehmen. Parallel gab es auch einen Autokorso auf dem Werksgelände rund um die Start- und Landebahn. Auch an anderen norddeutschen Standorten machten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deutlich, dass der geplante Stellenabbau die Zukunft von Airbus und seinen Tochtergesellschaften gefährde.

VIDEO: Gegen Stellenabbau: Aktionstag bei Airbus (1 Min)

Mehr als 3.000 stellen im Norden bedroht

Airbus will in Norddeutschland mehr als 3.000 Stellen streichen. Allein am Standort Hamburg sind 2.200 Jobs bedroht, in Bremen 445, in Stade 365 und an weiteren Standorten um die 40 Stellen. Die IG Metall Küste befürchtet sogar höhere Zahlen. Am Montag vergangener Woche hatte der Betriebsrat mit der Unternehmensführung erstmals ausführlicher über die Pläne beraten. Der Grund für die Stellenstreichungen: Im Zuge der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Flugzeugen stark eingebrochen. Die Pläne sollen bis zum Sommer 2021 umgesetzt werden.

Bundesweite Proteste

Sophia Kielhorn, Vorsitzende des Betriebsrats, spricht auf einer Demonstration gegen betriebsbedingte Kündigungen in Hamburg-Finkenwerder zu den der Airbus-Mitarbeitern. © dpa Foto: Ulrich Perrey
Sophia Kielhorn, Vorsitzende des Betriebsrats, setzt sich auch für die Auszubildenden von Airbus ein.

"Wenn wir zusammenhalten ist alles möglich" lautete das Motto der bundesweiten Proteste, zu denen die IG Metall zusammen mit den Betriebsräten aufgerufen hatte. Das Ziel: Die Unternehmensführung soll betriebsbedingte Kündigungen ausschließen und Tarifverhandlungen aufnehmen. Sophia Kielhorn, die Betriebsratsvorsitzende in Hamburg-Finkenwerder, kritisierte außerdem, dass Airbus die Zahl seiner Auszubildenden massiv zusammenstreichen will. So verliere man den Anschluss an die Zukunft, meinte Kielhorn.

Kurzarbeit statt Kündigung

Um Jobs zu erhalten appellierte die IG Metall an den Konzern, die verlängerte Kurzarbeit auszuschöpfen. Gleichzeitig bot die Gewerkschaft an, über kürzere Arbeitszeiten und die Vier-Tage-Woche zu verhandeln, um die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten.

Gespräche, wie die Zahl der wegfallenden Stellen gesenkt werden kann, gibt es in Hamburg auch mit der Politik. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) stellte im Gespräch mit NDR 90,3 Unterstützung für Forschungsprogramme in Aussicht, damit Beschäftigte nicht vor die Tür gesetzt werden.

Weitere Informationen
Dietrich Lehmann besrichtet von einer Demonstration. © NDR Foto: Screenshot
1 Min

Demonstration bei Airbus in Hamburg

Vor den Airbus-Werkstoren in Hamburg-Finkenwerder haben sich - Corona-bedingt - 200 Beschäftigte versammelt. Sie demonstrieren gegen einen geplanten Stellenabbau beim Flugzeugbauer. Dietrich Lehmann berichtet. 1 Min

Flaggen wehen vor dem Airbus-Werk in Finkenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Hartmut Reeh

Airbus Stade: IG Metall veranstaltet Aktionstag

Im Streit um den geplanten Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus ruft die IG Metall heute zu einem Aktionstag auf. In Stade ist um 11 Uhr eine Kundgebung geplant. (08.09.2020) mehr

Airbus-Mitarbeiter montieren einen Airbus A321 © picture alliance/dpa Foto: Maurizio Gambarini

Stellenabbau bei Airbus: Betriebsrat ruft zu Demos auf

Die Auseinandersetzung um den geplanten Stellenabbau bei Airbus spitzt sich zu. Der Betriebsrat ruft die Beschäftigten in Hamburg und an anderen Standorten zu Demonstrationen auf. mehr

Ein Mitarbeiter beobachtet zwei Roboter in der Strukturmontage der Airbus A320-Familie im Airbus Werk in Finkenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Verhandlungen über Stellenabbau bei Airbus starten

Allein in Hamburg will Airbus in der Corona-Pandemie jede sechste Stelle streichen. Die IG Metall fordert: Betriebsbedingte Kündigungen dürfe es nicht geben. Es werde hart verhandelt. (27.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.09.2020 | 10:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Andreas Dressel (SPD), Finanzsenator von Hamburg, nimmt an der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus teil. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt

Dressel: Keine politische Einflussnahme im Steuerfall Warburg Bank

Die Cum-Ex-Geschäfte der Warburg Bank sind Thema im Haushaltsausschuss. Hamburgs Finanzsenator Dressel sagte, eine politische Einflussnahme auf den Steuerfall habe es nicht gegeben. mehr

Szene aus dem Spiel HSV - Düsseldorf © Witters Foto: Valeria Witters

Livecenter: Terodde schnürt den Doppelpack - 2:0

Findet der HSV jetzt die richtige Antwort auf das Pokal-Aus? Der HSV startet gegen Fortuna Düsseldorf in die Zweitliga-Saison. 1.000 Fans dürfen die Partie im Volkspark verfolgen. mehr

Hamburgs Innensenator Andy Grote spricht bei einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa Foto: Regina Wank

Grote-Umtrunk: Gästen droht kein Bußgeld

Die umstrittene Feier von Hamburgs Innensenator Grote hat keine Konsequenzen für die Gäste. Das teilte die Bußgeldstelle mit. Grote selbst musste 1.000 Euro zahlen. mehr

Frank Spilker im Portrtät. © Reeperbahnfestival Foto: Brigitta Jahn

Reeperbahn Festival 2020: Die Sterne jetzt im Video-Stream

NDR.de überträgt in Zusammenarbeit mit ARTE viele Konzerte des Festivals im Video-Stream. Jetzt im Stream: Die Sterne. Außerdem noch dabei: Novaa, Suzane und Arya Zappa. mehr