Stand: 15.04.2020 09:14 Uhr  - NDR 90,3

Wie eine Hamburgerin die SARS-Pandemie erlebte

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Lu Yen Roloff lebte während der SARS-Pandemie 2002/2003 in Hongkong und engagiert sich heute in einer Umweltschutzbewegung in Hamburg. (Foto: Manuela Clemens)

Noch ist Hamburg im Ausnahmezustand: Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Der Betrieb in Schulen und Kitas eingestellt. Veranstaltungen wurden abgesagt und viele Beschäftigte verbringen die Arbeitszeit Zuhause im Homeoffice. Wie lange diese Maßnahmen noch andauern sollen, darüber wollen Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher, die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Mittwoch beraten. Aber wie sieht ein Leben nach Corona aus? Für die Hamburger Umweltaktivistin Lu Yen Roloff ist die Frage nicht schwer zu beantworten. Sie hat bereits einen monatelangen Lockdown miterlebt, als sie während der SARS-Pandemie 2003 in Hongkong studierte.

Folgen einer Pandemie

Im Interview mit NDR.de erzählt Lu Yen Roloff, dass sie die SARS-Pandemie in Hongkong als etwas ganz Neuartiges erlebt hat. Zudem hätte die Pandemie langfristige Folgen für das gesellschaftliche Leben in Hongkong gehabt: Die Hygienestandards seien erhöht worden, das Gemeinschaftsgefühl habe sich verstärkt und immer mehr Hongkonger hätten angefangen, die Regierung zu hinterfragen. Veränderungen, die sich Lu Yen Roloff zufolge auch in Hamburg nach der aktuellen Corona-Krise abzeichnen könnten.

SARS: Erste Pandemie des 21. Jahrhunderts

Das SARS-Virus breitete sich im Frühjahr 2003 zur ersten Pandemie des 21. Jahrhunderts aus. Der erste Fall trat im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong auf. Durch einen Hotelgast in Hongkong, der während seines Aufenthalts mehrere internationale Hotelgäste ansteckte, verbreitete sich das Virus über die chinesischen Landesgrenzen hinaus. Die Pandemie führte unter anderem in Hongkong zum Lockdown: Bildungseinrichtungen wurden geschlossen, sämtliche Firmen stellten ihre Produktionen ein, Reiseverbote wurden verhängt und die Menschen blieben Zuhause. Hongkong zählte damals über 1.700 Fälle und 299 Tote. Weltweit starben mehr als 800 Menschen durch das Virus. Im Sommer 2003 klang die SARS-Pandemie ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.04.2020 | 15:00 Uhr

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