Stand: 19.01.2018 16:42 Uhr

Weniger Erstaufnahmen, neue Folgeunterkünfte

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Die große Erstaufnahmeeinrichtung an der Schnackenburgallee in der Nähe des Volksparkstadions wird geschlossen.

Hamburg will in diesem Jahr 20 neue Folgeunterkünfte für Flüchtlinge bauen oder erweitern. Im Gegenzug sollen acht Erstaufnahmen geschlossen oder erheblich reduziert werden. Das hat Anselm Sprandel, Leiter des Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge (ZKF), am Freitag angekündigt. Die Zeit der Notversorgung sei vorbei, meinte Sprandel. Jetzt bleibe mehr Zeit, sich um die Integration der Geflüchteten zu kümmern.

2018 rund 3.600 neue Flüchtlinge erwartet

Wie schon 2017 rechnet der ZFK auch in diesem Jahr mit 3.600 Flüchtlingen die in Hamburg untergebracht werden müssen. Zudem plant er auch für 1.500 Menschen, die im Zuge der Familienzusammenführung in die Stadt kommen. Außerdem sollen weitere 300 Wohnungslose einen Platz in öffentlichen Unterkünften bekommen.

Bis Mitte des Jahres sollen alle 2.300 Flüchtlinge, die aktuell länger als ein halbes Jahr in einer Erstaufnahme wohnen, in eine Folgeunterkunft verlegt werden. Insgesamt werden laut Planung rund 6.800 neue Plätze für Flüchtlinge in Folgeunterkünften errichtet. Im Gegenzug werden 3.300 Plätze aus rechtlichen oder baulichen Gründen außer Betrieb genommen, sodass unter dem Strich rund 3.500 neue Plätze geschaffen werden. Um im Falle eines erneuten Anstiegs der Flüchtlingszahlen gewappnet zu sein, werden insgesamt rund 2.550 Plätze in Erstaufnahmen und zusätzlichen Reserve- und Notfallstandorten vorgehalten.

Erstaufnahme an der Schnackenburgallee wird geschlossen

An sechs Standorten der Folgeunterkünfte ist geplant, dass dort später neben den Flüchtlingen auch andere Bewohner einziehen. Geschlossen wird unter anderem die Erstaufnahme Schnackenburgallee an der Autobahn-Anschlussstelle Hamburg-Volkspark, die mit 900 Plätzen größte Einrichtung. Fertiggestellt werden sollen bereits bis Anfang April die Folgeunterkünfte Suurheide (Rissen) mit rund 300 Plätzen, Binnenfeldredder (Lohbrügge) mit 264 Plätzen, Große Bahnstraße (Langenfelde) mit rund 200 Plätzen und Kielkoppelstraße (Rahlstedt) mit 88 Plätzen.

Insgesamt leben zurzeit 33.400 Menschen in öffentlichen Unterkünften. Fast die Hälfte von ihnen ist berechtigt, in eine Sozialwohnung umzuziehen. Leider gebe es zu wenige davon, bedauerte Sprandel.

Kritik an Kompromissen mit Volksinitiative

Er kritisierte die Kompromisse der Stadt mit der Volksinitiative "Hamburg für gute Integration". "Wie die Kompromisse gestrickt worden sind, sind sie unterm Strich zu teuer und in der Weise nicht hilfreich gewesen", sagte Sprandel. Sie hätten mehr Ressourcen gebunden und mehr Geld gekostet als nötig. "Eine intensive Bürgerbeteiligung ist etwas hilfreiches, das will ich ausdrücklich dazu sagen. Und wir haben auch dazu gelernt. Und ich glaube, wir haben uns als Stadt und als Verwaltung bei der Volksinitiative und den Vorgängerinitiativen zu spät bewegt, weswegen es dann tatsächlich dieses Ausmaß angenommen hat."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.01.2018 | 18:00 Uhr

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