Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und blaettert in einem Ordner. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Christin Klose

Weniger Einzelbüros für Hamburgs Beamtinnen und Beamte

Stand: 09.07.2021 07:33 Uhr

Hamburgs Senat will mittelfristig Abschied nehmen vom Einzelbüro im öffentlichen Dienst. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kündigte an, dass die Bürobeschäftigten von Bezirken, Senatsbehörden und Landesbetrieben zudem mit weniger Platz auskommen sollen.

Statt bisher 33 Quadratmeter Bürofläche pro Person gibt es nur noch 28 Quadratmeter und keine Garantie mehr auf einen eigenen Schreibtisch, erklärte Dressel am Donnerstag auf einer Pressekonferenz der städtischen Immobilienfirma Sprinkenhof. Demnach sei das Einzelbüro für bald Zehntausende ein Auslaufmodell - sogar der eigene Schreibtisch sei nicht länger garantiert, so Dressel. Corona und das Homeoffice hätten auch die Arbeitswelt im öffentlichen Dienst verändert.

"Desksharing" als Modellversuch

Ziel des Senats sei es, "dass wir möglichst viel gemeinsam genutzte Räumlichkeiten haben. Desk-Sharing nennt man das, also modernere Arbeitswelten, ein bisschen weg vom klassischen Einzelbüro", so Dressel. Das klinge nach einer Revolution im deutschen Beamtenwesen, doch ein Modellversuch komme sehr gut an, betonte der Senator. "Natürlich gibt es am Anfang noch Vorbehalte und Fragen. Aber jetzt beginnen die gerade in neue Räume einzuziehen." Alle seien begeistert, denn es seien ganz tolle Räume. Außerdem erklärte Dressel: "Damit wollen wir sparen, denn Corona hat Löcher in den Haushalt gerissen."

Stadt setzt auf eigene Bürogebäude

Weg vom Einzelbüro - das gilt auch für neue Gebäude. Davon will Hamburg jetzt viele kaufen oder bauen. In zehn Jahren soll die Stadt 50 Prozent ihrer Büros selbst besitzen. Derzeit sind es nur 37 Prozent, nachdem der CDU-Senat viele städtische Immobilien verkaufte und teuer anmietete. "Das waren schlechte Geschäfte und schlechte Verträge. Die Gewinne haben sich andere eingestrichen", erklärte Dressel. In fünf Jahren würden die Mietverträge auslaufen und er selbst wolle kräftige Mieterhöhungen vermeiden.

Weitere Informationen
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.07.2021 | 06:00 Uhr

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