Stand: 10.11.2018 20:30 Uhr

Was Hamburgs städtische Top-Manager verdienen

Die Geschäftsführer und Vorstandschefs der städtischen Unternehmen in Hamburg verdienen im Durchschnitt rund vier Mal so viel wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das schreibt der Senat im jüngsten Vergütungsbericht, wie NDR 90,3 am Sonnabend berichtete.

Mit dem Vergütungsbericht setzt der Senat eine Forderung der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen um: Die hatten sich für mehr Transparenz und mehr Gerechtigkeit in den Gehaltsstrukturen bei den Unternehmen der Stadt stark gemacht. Jetzt setzt der Senat erstmals die Jahreseinkommen des Führungspersonals ins Verhältnis zum Durchschnittsverdienst der Mitarbeiter. Das Ergebnis: Über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg ist das Gehalt der Spitzen-Manager etwa vier Mal so hoch. Aber je größer das Unternehmen, umso weiter geht die Gehaltsschere auseinander. Die Chefin der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Angela Titzrath, etwa war 2017 mit einem Jahresgehalt von mehr als 850.000 Euro Spitzenverdienerin bei den städtischen Führungskräften. Titzrath bekam damit mehr als zehn Mal so viel Geld wie der durchschnittliche HHLA-Angestellte.

Allerdings hat die Vorstandsvorsitzende an der Spitze der börsennotierten HHLA damit knapp 100.000 Euro weniger Gehalt bezogen als ihr männlicher Vorgänger Klaus-Dieter Peters. Dennoch liegt Titzrath mit weitem Abstand an der Spitze der Vergütungsliste der städtischen Unternehmen, die der Senat jedes Jahr veröffentlicht. Ebenfalls in der Gehaltsspitzengruppe befindet sich Burkhard Göke, der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Sein Jahreseinkommen lag 2017 bei knapp 570.000 Euro. Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler hat im vergangenen Jahr etwa eine halbe Million Euro verdient.

Erste Schritte gegen ausufernde Altersversorgung

In dem Vergütungsbericht, der in der kommenden Woche offiziell beschlossen werden soll, hat der rot-grüne Senat auch erste Schritte gegen ausufernde Altersversorgungen und überproportionale Gehaltssteigerungen der Manager bei den städtischen Unternehmen eingeleitet. Bislang galt: Nach einer bestimmten Zeit im Job hatte der Leiter eines städtischen Unternehmens Anspruch auf eine festgelegte Altersversorgung, das sogenannte Ruhegeld. Das soll es so nicht mehr geben. Bei neuen Verträgen wird nun ein Gehaltszuschlag vereinbart, der zwingend in die private Altersvorsorge eingezahlt werden muss. Der Stadt bleiben so langfristige Pensionsverpflichtungen für das Führungspersonal ihrer Unternehmen erspart.

Gehaltssteigerungen sollen begrenzt werden

Ebenfalls neu: Die Regelung über die Gehaltssteigerungen der städtischen Manager. Die werden künftig begrenzt. Auch dadurch soll verhindert werden, dass die Einkommensschere zwischen Führungspersonal und den übrigen Mitarbeitern immer weiter auseinander klappt.

Das verdienen Hamburgs städtische Top-Manager

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.11.2018 | 06:00 Uhr

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