Stand: 25.09.2020 16:00 Uhr

Warnstreik bei Stadtreinigung und Hafenverwaltung

Mitarbeiter der Stadtreinigung ziehen während eines Warnstreiks durch den Stadtteil Harburg und halten ein Banner mit der Aufschrift "Saubere Stadt - Saubere Bezahlung". © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
"Saubere Stadt - saubere Bezahlung": Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung demonstrieren in Harburg für mehr Geld.

Mit Warnstreiks bei der Stadtreinigung und Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) ist der Arbeitskampf im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes nun auch in Hamburg in die heiße Phase gegangen. Insgesamt mehr als 5.000 Tarifbeschäftigte hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen, am Freitag die Arbeit niederzulegen.

Kundgebung in Harburg

Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung zogen am Morgen vom Recyclinghof Harburg zu einer Kundgebung am Harburger Binnenhafen. Wegen des Warnstreiks wurden viele Mülltonnen nicht geleert. "Es gab Einschränkungen im gesamten Stadtgebiet und verstärkt im Bereich Harburg", sagte ein Sprecher der Stadtreinigung. So sei vor allem das Altpapier nicht abgeholt worden. "Den Biomüll haben wir flächendeckend abfahren können." Die ausgefallenen Touren sollen nun am Wochenende und zu Wochenbeginn nachgeholt werden. "Wir sind guter Dinge, dass wir schon am Samstag zu großen Teilen nachleeren können. Wir werden bis einschließlich Dienstag brauchen, um wieder im normalen Plan zu sein", sagte der Sprecher.

400 Menschen bei der HPA im Warnstreik

Beim Warnstreik der HPA versammelten sich vor den Betriebsgeländen in Harburg und im Hafen rund 400 Menschen. Größere Auswirkungen auf den Betrieb im Hafen habe es dabei nicht gegeben, sagte eine ver.di-Sprecherin. "Es war gar nicht unser Ziel, den Hafen über Schleusen lahmzulegen. Aber die Arbeitgeber müssen wissen, dass sich die Arbeitnehmer diese Nicht-Angebote nicht gefallen lassen."

VIDEO: Warnstreik im öffentlichen Dienst (1 Min)

45.000 Menschen in Hamburg betroffen

In Hamburg sind laut ver.di rund 45.000 Beschäftige von den Tarifverhandlungen betroffen - neben den rund 3.200 bei Stadtreinigung und etwa 2.000 bei der HPA unter anderem auch rund 18.000 Beschäftigte in den Krankenhäusern und etwa 6.500 in den Elbkinder-Kitas. Sie sind ab Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Am Sonnabend sollen die Recyclinghöfe der Stadtreinigung bestreikt werden.

Ver.di fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. In anderen Bundesländern gab es bereits Warnstreiks.

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Eine Teilnehmerin eines Streiks der Hamburger Bezirksämter steht vor dem Bezirksamt Wandsbek und bläst in eine Trillerpfeife. © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt

Tarifrunde im öffentlichen Dienst: Gewerkschaft kampfbereit

In der kommende Woche beginnen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Davon hängen in Hamburg die Löhne von rund 45.000 Menschen ab. Die Gewerkschaft ver.di zeigt sich kampfbereit. (27.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.09.2020 | 08:00 Uhr

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