Stand: 23.11.2018 21:31 Uhr

Verkehrssenator will Baustellen-Hotline

Der Verkehrssenator zeigt die fast fertige Baustelle an der Stadthausbrücke.

Wie können Staus und Behinderungen durch viele Straßenbaustellen vermieden werden? Hamburgs neuer Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) will künftig die Bürger besser einbinden - und eine eigene Baustellen-Hotline einrichten.

"Wir brauchen den Dialog mit den Bürgern"

Warum liegt die Baustelle in meiner Straße schon seit Tagen brach? Warum gibt es sowohl auf einer Hauptroute als auch auf den Ausweichrouten Behinderungen durch Bauarbeiten? Für solche Fragen soll es nach dem Willen des Verkehrssenators eine zentrale Beschwerdenummer geben. Sie soll angegliedert werden an die Koordinierungsstelle beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, die bislang nur für die Hauptverkehrsstrecken zuständig ist. "Wir brauchen den Dialog mit den Bürgern", sagte Westhagemann im Gespräch mit NDR 90,3. Es müssten alle Baustellen zusammen im Blick sein - also nicht nur Straßenbaustellen von Land und Bezirken.

Häufig gebe es auch Sperrungen und Einschränkungen, weil beispielsweise ein neues Haus an das öffentliche Netz angeschlossen werden muss oder Siele erneuert werden. Bei der Baustellenkoordination habe Hamburg in den vergangenen Jahren schon viel verbessert, meinte Westhagemann. Aber noch nicht alles. Da gebe es noch Spielraum.

CDU schlägt Baustellen-App vor

Die CDU hingegen kritisierte den Vorstoß des Verkehrssenators. Aus ihrer Sicht ergibt so eine Hotline nur dann Sinn, wenn dadurch auch Einfluss darauf genommen werden kann, wann und wo gebaut wird. Der Verkehrsexperte der Partei Dennis Thering brachte stattdessen eine Baustellen-App nach Berliner Vorbild ins Gespräch, die rund um die Uhr einen Überblick über die Verkehrsbehinderungen gibt.

Baustelle an der Stadthausbrücke fast fertig

Unterdessen wird eine der größten Straßenbaustellen in der Innenstadt in den kommenden Wochen fertig. Nach sieben Monaten Bauzeit rollt der Verkehr wieder vom Rödingsmarkt über die Stadthausbrücke und umgekehrt - und das ohne Verzögerungen. Radfahrer sind jetzt dort auf der Straße unterwegs, auf einem eigenen Radfahrstreifen. Busse haben mehr Platz zum Halten, Autos dagegen nur noch eine statt bislang zwei Spuren je Richtung.

Noch bis Anfang kommenden Jahres - und damit ein paar Monate länger als geplant - brauchen die Gehwege, die eher die Breite von Flaniermeilen haben. Laut Projektleiter Florian Obertreis hatten im Untergrund "Leitungen, die dort eigentlich nicht sein dürften" die Arbeiter überrascht. Zudem seien Granitsteine aus China zu spät geliefert worden.

Rund sieben Millionen Euro kostet der Umbau des Straßenzugs, einen Teil übernehmen die Anlieger. In zwei bis drei Jahren soll auch die angrenzende Kaiser-Wilhelm-Straße fahrradfreundlich umgebaut werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.11.2018 | 07:00 Uhr

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