Stand: 16.04.2018 19:59 Uhr

Umfrage: SPD verliert - Grüne überholen CDU

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Kann sich über gute Umfragewerte freuen: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne).

In Hamburg würde sich die politische Landschaft verändern, wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre: Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Zeitungen "Welt" und "Bild" würde die SPD 9,6 Prozentpunkte weniger Stimmen bekommen als bei der Wahl 2015 - sie käme nur noch auf 36 Prozent, könnte aber weiter mit den Grünen regieren.

Grüne überholen die CDU

Die CDU kann von den Verlusten der SPD allerdings nicht profitieren: Sie bliebe mit 16 Prozent etwa beim damaligen Wahlergebnis von 15,9 Prozent. Sie müsste demnach ihren zweiten Platz abgeben: Die Grünen legen laut der Umfrage um 5,7 Prozentpunkte zu und kommen auf 18 Prozent.

Linke besser - FDP und AfD bleiben bei 7 Prozent

Auch die Linke könnte laut der neuesten Erhebung zulegen, nämlich um 3,5 Punkte auf 12 Prozent. Nahezu unverändert blieben FDP mit 7 Prozent (2015: 7,4 Prozent) und die AfD mit 7 Prozent (6,1).

Von einer ausgeprägten Wechselstimmung in Hamburg kann laut der Umfrage nicht die Rede sein: 55 Prozent der Hamburger sind mit der Arbeit des rot-grünen Senats zufrieden, 6 Prozent sogar sehr zufrieden.

Tschentscher ist vielen noch unbekannt

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Vielen Hamburgern laut Umfrage noch unbekannt: Der neue Bürgermeister Peter Tschentscher.

Relativ unbekannt ist Hamburgs neuer Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD): 38 Prozent der Hamburger kennen den ehemaligen Finanzsenator nicht. 21 Prozent konnten keine Angabe machen, ob er für das Amt gut geeignet ist. Mit seinem Vorgänger Olaf Scholz, der jetzt Bundesfinanzminister ist, waren 64 Prozent zufrieden bis sehr zufrieden. 25 Prozent sind "weniger zufrieden" mit Scholz, neun Prozent "gar nicht zufrieden".

Die aktuelle Hamburger CDU-Spitze hat laut der Umfrage Schwierigkeiten, sich zu behaupten. Auf die Frage: "Wer wäre aus Ihrer Sicht der geeignete Spitzenkandidat für die CDU?" entschieden sich 23 Prozent für Karin Prien, die inzwischen ihr Amt als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein angetreten hat. Für Fraktionschef André Trepoll stimmten bei der Umfrage 11 Prozent, CDU-Landeschef Roland Heintze landete bei 5 Prozent.

SPD sieht "gute Ausgangsbasis"

Der neue SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf nannte das Umfrageergebnis eine eine gute Ausgangsbasis für die kommenden zwei Jahre. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es weiter nach oben geht." Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank begründete das gute Abschneiden ihrer Partei im Gespräch mit dem Hamburg Journal damit, dass die Grünen "Antworten geben auf Fragen, die die Hamburger und Hamburgerinnen interessieren".

CDU-Fraktionschef André Trepoll kommentierte die Ergebnisse mit den Worten: "Ich glaube, wir sind gut damit beraten, an unserem Kurs festzuhalten und eine engagierte Oppositionspolitik zu machen." Auch habe der Wahlkampf noch gar nicht begonnen, "und der CDU-Spitzenkandidat für die kommende Bürgerschaftswahl wird im Herbst festgelegt".

Die Linke sieht sich aufgrund der Zahlen als "klare soziale Opposition" bestätigt, wie Landesprecherin Zaklin Nastic sagte. Ausbaufähig sehen die Liberalen die Umfragewerte: "Sieben Prozent sind ein guter Ausgangswert für unsere konstruktiv-kritische Parlamentsarbeit" erklärten die FDP-Fraktionsvorsitzenden Anna von Treuenfels-Frowein und Michael Kruse.

Laut "Welt" und "Bild" hatte Forsa vom 28. März bis zum 4. April 1.001 Hamburger per Telefonanruf befragt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.04.2018 | 08:00 Uhr

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