Stand: 04.09.2019 12:45 Uhr

Umfrage: Lage für Windkraft "deprimierend"

Die Gewerkschaft IG Metall warnt vor einem weiteren Einbruch in der Windkraftbranche. Nach einer Umfrage unter Betriebsräten stehen in jedem vierten Unternehmen bis Jahresende Entlassungen an. "Das ist mehr als deprimierend", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die Bundesregierung hat es seiner Meinung nach verschlafen, die entscheidenden Weichen zu stellen, damit Deutschland Spitze in der Windkraftbranche bleibt.

Ein Miniaturwindrad im Vordergrund. Dahinter sieht man verschwommen das Geschäftsgebäude von Senvion.

Windindustrie bangt um Arbeitsplätze

Hamburg Journal -

Eine aktuelle Befragung von Windindustrie-Betriebsräten fällt düster aus: 74 Prozent erwarten schlechtere Geschäfte. Die Gründe sind vielfältig.

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Drei Viertel sehen Abwärtstrend

Drei Viertel aller Betriebsräte sehen laut der Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft die Branche im Abwärtstrend. Besonders, weil Aufträge in Deutschland und vor den deutschen Küsten ausblieben. Siemens Gamesa etwa, einer der größten Anbieter, baut derzeit in Cuxhaven vor allem Windanlagen für das europäische Ausland und für Asien. In jedem dritten Unternehmen befürchten die Arbeitnehmervertreter, dass die Zahl der Aufträge zurückgeht.

Seit 2018 wurden 10.000 Jobs abgebaut

In der Windkraftbranche arbeiten in Norddeutschland derzeit noch rund 15.000 Menschen. Zahlreiche Unternehmen haben in Hamburg ihren Hauptsitz. Seit Beginn des Jahres 2018 sind allerdings laut IG Metall deutschlandweit bis zu 10.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.

Von der Bundesregierung fordert die Gewerkschaft, den Deckel beim Ausbau der Erneuerbaren Energien zu kippen und kurzfristig weitere Projekte vor der Küste zu genehmigen. Am Donnerstag soll darüber bei einem Nationalen Windgipfel in Berlin verhandelt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.09.2019 | 13:00 Uhr

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