Ein Schlafsaal in den Alsterdorfer Anstalten um 1970 © NDR

Über 3,5 Millionen Euro für Opfer von Behinderteneinrichtungen

Stand: 17.09.2021 13:56 Uhr

In Hamburg haben mehr als 300 Menschen mit Behinderungen Geld für ihr erlittenes Leid bekommen - die "Stiftung Anerkennung und Hilfe" zahlte ihnen mehr als 3,5 Millionen Euro. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den die Hamburger Sozialbehörde jetzt vorgelegt hat.

Sie wurden häufig schon als Kinder in Behindertenheimen und in Psychiatrien gequält und ausgenutzt: Ihr Schicksal wurde in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland aufgearbeitet. Die meisten der Hamburger Betroffenen waren in den Alsterdorfer Anstalten untergebracht, schreibt die Sozialbehörde in ihrem Bericht an die Bürgerschaft. Deutschlandweit wurden fast 19.000 Anträge auf Geld-Zahlungen bewilligt. In Hamburg haben mehr als 300 Menschen mit Behinderung Entschädigungen für das erlittene Unrecht erhalten - insgesamt über 3,5 Millionen Euro.

Zwang, Gewalt, Demütigung

Die "Stiftung Anerkennung und Hilfe" war vom Deutschen Bundestag ins Leben gerufen worden. Anlass waren Berichte über die Zustände in Behindertenheimen und Psychiatrien in der Bundesrepublik bis Mitte der 1970er-Jahre und in der DDR. Es ging um Missachtung, Zwang, Gewalt und Demütigungen, denen Kinder und Jugendliche dort ausgesetzt waren. Und um unbezahlte Arbeitseinsätze. Die Stiftung sollte dieses dunkle Kapitel wissenschaftlich aufarbeiten und den Betroffenen Geld zahlen. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf hatte auch bereits unabhängig davon ihre Geschichte aufgearbeitet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.09.2021 | 13:00 Uhr

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