Stand: 08.07.2020 19:35 Uhr  - NDR 90,3

Tschentscher verteidigt die Maskenpflicht

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat im Sommerinterview bei NDR 90,3 die Pflicht zum Tragen von Corona-Schutzmasken verteidigt. Über ein Ende jetzt schon zu entscheiden, wäre sehr unvorsichtig, sagte Tschentscher am Mittwoch. "Ich kann mir vorstellen, dass wir einen weiteren Lockerungsschritt machen, aber nicht vor Ende August." Angesichts der unklaren Lage wegen der Reiserückkehrer sei es besser, sich erst anzuschauen, wie sich die Infektionsdynamik entwickele.

Sommerinterview mit Peter Tschentscher

Hamburg Journal 18.00 -

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) berichtet im Sommerinterview von seinen Plänen für Hamburg und den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Hansestadt.

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Zweite Welle würde "viele Unternehmen umwerfen"

Eine zweite Corona-Welle erwarte er nicht, "aber wenn sie käme, würde es wirklich sehr schwer." Für die Wirtschaft würde sie "noch viel schlimmer, weil die Unternehmen schon sehr geschwächt sind." Eine zweite Welle würde "viele Unternehmen umwerfen, viele Arbeitsplätze kosten und uns in große Schwierigkeiten bringen". Deshalb müsse man die Krise nun möglichst kurz halten, sagte er im Hamburg Journal. Man dürfe die kommenden Generationen nicht mit neuen Schulden belasten. Jetzt gelte es, die Nerven zu behalten, die Masken zu tragen in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen.

Peter Tschentscher zu Besuch bei NDR 90,3. © NDR Foto: Fabian Möller

Tschentscher im Sommerinterview bei NDR 90,3

NDR 90,3 -

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher war zum Sommerinterview zu Gast bei NDR 90,3. Im Gespräch mit Ulf Ansorge ging es um Corona, Mobilität und sein mögliches Urlaubsziel.

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Sorgen um die Innenstadt

Sorgen macht sich Tschentscher um die Hamburger City. "Sie war die Visitenkarte Hamburgs. Das wollen wir aufrechterhalten in den nächsten Jahren. Dafür muss die Innenstadt attraktiver werden und mehr bieten als nur Konsum." Wegen der drohenden Schließung von gleich drei Kaufhäusern appellierte der Bürgermeister an die Vermieter: "Vor allem die Grundeigentümer müssen mitziehen, es kann nicht immer nur derjenige den Mietvertrag bekommen, der die absolut höchste Miete zahlen kann." Auch durch die neuen Mobilitätskonzepte würde die Stadt attraktiver, so Tschentscher. Aber die City zu retten, das werde nicht leicht.

Auch die umfangreichen Corona-Hilfen für Unternehmen verteidigte Tschentscher. Um Arbeitsplätze zu sichern, sei auch die knapp 40-Millionen-Euro-Bürgschaft für den Hamburger Mode-Hersteller Tom Tailor richtig. "Wenn wir jetzt die Augen verschließen, dann würden wir einen sehr starken Einbruch bei den Arbeitsplätzen erleben. Und das sind auch hohe Kosten, die auf uns zukommen, wie das Arbeitslosengeld. Es ist viel sinnvoller, in kritischen Phasen die Unternehmen zu unterstützen", betonte er.

Corona, Klimaschutz und Mobilitätswende

Trotz der Corona-Krise habe die Hamburger Regierung vor, ihr Koalitionsprogramm umzusetzen. "Es gibt keine Luxusvorhaben. Wir müssen schon an den richtigen Stellen jetzt die Weichen stellen", sagte Tschentscher im Hamburg Journal. "Denn man kann sich in eine Krise auch hineinsparen und sie dadurch schlimmer machen."

Zunächst sei es wichtig, die Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Dazu führe er viele Gespräche mit einzelnen Branchen, um Arbeitsplätze zu erhalten, sagte der Bürgermeister. "Wenn das alles gelingt, dann haben wir die gleichen Themen wie vor der Corona-Krise: Klimaschutz, wir wollen das CO2 reduzieren und die Mobilitätswende schaffen. Wir wollen Radwege bauen und den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Das sind wirklich dicke Bretter, die wir bohren."

Virusverbreitung durch Treffen junger Leute?

Tschentscher warnte auch vor massenhaften Ansammlungen vorwiegend junger Leute an warmen Sommerabenden auf öffentlichen Plätzen in den Szenevierteln. "Das ist - wie wir in anderen Bundesländern sehen - eine Gefahr. Es kann sehr schnell zu einer Virusverbreitung dabei kommen." Alkoholverbote seien hier ein sehr wirksames Mittel. "Die jungen Leute wollen im öffentlichen Raum Bier trinken. Und wenn sie das nicht gekühlt irgendwo bekommen, dann funktioniert eben dieses Cornern nicht so wie sie sich das vorstellen."

Zum umstrittenen Stehempfang Grotes sagte Tschentscher, der Innensenator habe sich mehrfach dazu geäußert und sich mehrfach entschuldigt. "Eines ist klar: Die Corona-Regeln, die wir aufstellen, gelten für alle, auch für die Senatorinnen und Senatoren", sagte Tschentscher im Hamburg Journal. Die Glaubwürdigkeit des Senats sieht er durch den Stehempfang nicht beschädigt.

Wohin es für ihn in diesem Jahr in den Urlaub gehen soll, sei noch nicht raus. "Vielleicht bleiben wir zum ersten Mal überwiegend in Deutschland. Auch hier gibt es wunderschöne Gegenden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.07.2020 | 09:00 Uhr

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