Stand: 11.10.2017 15:25 Uhr

Tödliche Taxi-Fahrt: Anklage lautet auf Mord

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Bei dem Unfall am frühen Morgen des 4. Mai wurde ein Mensch getötet und drei weitere schwer verletzt.

Nach dem tödlichen Frontal-Zusammenstoß zwischen einem gestohlenen Auto und einem Taxi am Ballindamm in der Hamburger Innenstadt ist jetzt Anklage erhoben worden. Dabei muss sich erstmals in der Hansestadt ein Unfallfahrer wegen versuchten Mordes vor einem Hamburger Gericht verantworten.

Mit Tempo 145 durch die Innenstadt

Der angeklagte 24-Jährige war am 4. Mai auf der Flucht vor der Polizei durch die City gerast, hatte in einem geklauten Taxi mehrere rote Ampeln überfahren und war am Ballindamm in den Gegenverkehr geraten - laut Anklage mit einer Geschwindigkeit von 145 Kilometern pro Stunde. In einem entgegenkommenden Taxi starb ein Fahrgast, der gerade seine Schicht in einer Bar beendet hatte. Auch der Fahrer des gerammten Taxis, ein weiterer Fahrgast und der Taxi-Dieb selbst wurden schwer verletzt.

Tod in Kauf genommen

Der vorbestrafte Litauer, der keine Fahrerlaubnis besitzt, befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Wenn man mit so hoher Geschwindigkeit in den Gegenverkehr fahre, nehme man billigend in Kauf, dass Menschen sterben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, zur Begründung der Mordanklage. Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar.

Anfang des Jahres waren in Berlin erstmals Autoraser in Deutschland wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Sie hatten bei einem illegalen Autorennen auf dem Ku'damm einen 69-Jährigen totgefahren. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Bundestag hatte die Strafen für Raser außerdem im Sommer deutlich verschärft: Wer an einem illegalen Autorennen teilnimmt, kann jetzt mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden - bislang gab es dafür lediglich ein Bußgeld und ein einmonatiges Fahrverbot.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.10.2017 | 13:00 Uhr

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