Stand: 08.11.2018 13:33 Uhr

Tod im Supermarkt: Zweifelhafte Aussagen

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Haben die Supermarktbetreiber (l.) ein Video der Tragödie gelöscht?

Im Prozess um den Tod eines kleinen Jungen in einem Supermarkt in Harburg haben zwei Zeuginnen am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen die 44 und 48 Jahre alten Inhaber erhoben. Sie bestätigten vor dem Harburger Landgericht Gerüchte, nach denen Kunden schon vor dem Tod des Jungen Stromschläge an der Kasse des Ladens bekommen hätten und dass nach dem Tod des Kindes Videoaufnahmen gelöscht worden seien, die die Tragödie zeigten.

Eine "Tendenz, Gerüchte zu verbreiten"

Eine Frau sagte, sie selbst habe in dem Markt einen Stromschlag bekommen. Sie konnte aber nicht mehr sagen, wann das war. Eine andere sagte, sie habe von einem Mitarbeiter des Supermarktes von den gelöschten Videos gehört. Auch sie blieb allerdings vage - und so platzte dem Staatsanwalt am Donnerstag der Kragen: Es gebe im Umfeld dieser Tat eine Tendenz, Gerüchte zu verbreiten, sagte er. Darauf könne man keine Verurteilung stützen.

In den kommenden Wochen sollen nun Elektrotechniker und Experten des Amtes für Arbeitsschutz die Aufklärung versachlichen. Das Gericht hofft, dass sie klären können, ob und wo der tödliche Strom geflossenen ist.

Videos
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Tödlicher Stromschlag: So lief der Prozessauftakt

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Im Jahr 2016 starb ein Vierjähriger, nachdem er im Supermarkt einen Stromschlag bekommen hatte. Nun müssen sich die Betreiber wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Video (02:02 min)

Junge hatte Stromschlag an der Kasse erlitten

In dem Prozess geht es um den Tod des vierjährigen Jonathan, der am 1. Juni 2016 starb, einen Tag nachdem er laut Anklage beim Einkaufen mit seinem Vater einen Stromschlag erlitten hatte. Angeklagt sind die Betreiber des Marktes. Dem 44 Jahre alten Mann und seiner 48 Jahre alten Schwester wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen. Sie sollen die Stromleitung für einen LED-Trafo entweder selbst unsachgemäß verlegt haben oder einen Dritten mit der Arbeit beauftragt haben. Dadurch sei Strom in ein Metallgeländer an der Kasse geflossen, das der Junge berührte.

Weitere Informationen

Prozess um Kindstod im Supermarkt gestartet

Vor dem Harburger Amtsgericht hat ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung begonnen. 2016 starb ein Vierjähriger nach einem Supermarktbesuch. Er hatte dort einen Stromschlag bekommen. (06.11.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.11.2018 | 13:00 Uhr

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