Stand: 17.09.2019 06:31 Uhr

Stadtderby: Kleinere Ausschreitungen auf St. Pauli

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In Hamburg-St. Pauli kommt es nach dem Stadtderby zu kleineren Ausschreitungen.

Nach dem Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV ist es in der Nacht zu Dienstag zu kleineren Krawallen gekommen. Im Stadtteil St. Pauli brannten mehrere Holzpaletten. Eine Auseinandersetzung zwischen Fans und der Polizei gab es jedoch nicht.

Randale nach dem Spiel

Nach Abpfiff des Spiels waren etwa 800 HSV-Anhänger in Begleitung der Polizei in einem Fanmarsch zum S-Bahnhof Sternschanze gezogen. Auf dem Weg dorthin zündeten sie vereinzelt Böller und ließen Bengalos abbrennen. Größere Ausschreitungen blieben aber aus.

Das Stadtderby: FC St. Pauli gegen HSV

Währenddessen feierten Hunderte Fans des FC St. Pauli in den Straßen rund um das Millerntorstadion. Nach Mitternacht kam es dann am Paulinenplatz auf St. Pauli zur Randale. Schwarzgekleidete und vermummte Personen versuchten eine Straßenlaterne aus der Verankerung zu reißen. Außerdem entzündeten sie mehrere Holzpaletten rund um die Laterne. Die Polizisten duldeten dies zunächst, dann zogen Einsatzkräfte an der Feuerstelle vorbei. So zeigten sie Präsenz, griffen aber nicht ein. Als die Beamten abzogen, wurden sie bepöbelt und mit Flaschen und Bengalos beworfen. Zuvor hatten St. Pauli-Fans in der Wohlwillstraße Holzpaletten angezündet und Polizisten beschimpft. Auch hier hatten die Beamten deeskalierend reagiert.

Zunächst ruhige Lage nach dem Spiel

Direkt nach Abpfiff war es friedlich geblieben. "Die Lage ist relativ entspannt", hatte ein Polizeisprecher am Montagabend gesagt. Man habe auf eine "saubere Fantrennung" gesetzt. Die Polizei hatte das Lokalderby, das der FC St. Pauli erstmals seit 1960 mit 2:0 im heimischen Millerntor-Stadion für sich entschied, mit einem Großaufgebot abgesichert. "Die Zusammenarbeit von Polizei und beiden Vereinen darf als hervorragend bezeichnet werden", sagte der Polizeisprecher.

Vor dem Spiel am Montag waren rund 3.000 HSV-Fans in einem Fanmarsch vom Schanzenpark zum Millerntor gezogen. Die Polizei hatte den Marsch kurzzeitig angehalten, weil sich mehrere Personen vermummt hatten. Vereinzelt flogen Böller und es wurde Pyrotechnik gezündet. In der Halbzeitpause und gegen Spielende wurde im Stadion zwar auch Pyrotechnik gezündet, es blieb aber ruhiger als noch am 10. März. Beim 4:0-Derbysieg des HSV in der Vorsaison war das Spiel mehrmals unterbrochen worden, da viele Fans unkontrolliert Pyrotechnik gezündet hatten.

Erste Scharmützel am Sonntag

In der Nacht zu Sonntag war es zu kleineren Scharmützeln gekommen, Fans beider Lager mussten auf der Reeperbahn voneinander getrennt werden.

Große Pufferzone

Das Stadion wurde rund um die Uhr bewacht, der Ordnungsdienst wurde um gut 30 Prozent verstärkt, die Pufferzone zwischen beiden Fan-Gruppen ausgeweitet und die Anzahl an Stadion-Kameras aufgerüstet. Zudem herrschte beim Spiel Alkoholverbot. Die Polizei war mit einem Hubschrauber im Einsatz. Ein Polizeisprecher sprach von "330 Problemfans auf beiden Seiten".

Orientierung an G20

Auch auf Hamburgs Straßen war die Polizei mit einem Großaufgebot unterwegs. Sie orientierte sich mit ihren Maßnahmen nach eigenen Angaben sogar am von schweren Krawallen überschatteten G20-Gipfel 2017. Die Polizei kündigte umfangreiche Foto- und Videoaufnahmen an, die gegebenenfalls anschließend ausgewertet würden. Polizeisprecher Timo Zill: "Das ist unsere klare Botschaft an alle Fußball-Chaoten." Insgesamt waren 1.463 Beamte im Einsatz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.09.2019 | 06:00 Uhr

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