So setzt Hamburg die "Bundes-Notbremse" um

Stand: 23.04.2021 17:22 Uhr

"Vernünftig, verhältnismäßig und wirksam": Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat den Hamburger Weg bei den Corona-Maßnahmen am Freitag verteidigt. "Wir sind auf einem guten Weg, lassen Sie uns den weiter gehen."

Von der "Bundes-Notbremse" wird in der Hansestadt nur umgesetzt, was die bisherigen Regeln noch verschärft. Möglichkeiten für Lockerungen will der Senat nicht nutzen. Die angepasste Corona-Verordnung gilt bis zum 21. Mai. Darin kombiniert Hamburg die bisherigen eigenen Corona-Regelungen mit denen der neuen "Bundes-Notbremse". Weit liegen beide nicht auseinander. Wo es Unterscheide gibt, gilt dann künftig aber die jeweils strengere Variante.

Joggen und Spaziergänge nur noch bis Mitternacht

Die Ausgangsbeschränkung gilt in der Hansestadt weiterhin ab 21 Uhr - und nicht ab 22 Uhr wie im Bundesgesetz. Gleichzeitig gilt aber neu das bundesweite Verbot für Jogging-Runden und Spaziergänge ab Mitternacht. Wenn die Inzidenz mindestens fünf Tage unter der 100er-Grenze liegt, könnten die Ausgangsbeschränkungen wieder aufgehoben werden.

Hamburg ermittelt Inzidenzwert weiter nach eigenen Daten

Für die Aufhebung der Maßnahmen der "Bundes-Notbremse" wird laut Tschentscher in Hamburg die Angabe der Inzidenz durch die Gesundheitsbehörde entscheidend sein, auch wenn sich das Bundesgesetz auf den Wert des Robert Koch-Instituts (RKI) bezieht. "Wir bleiben aus Vorsichtsgründen bei den Inzidenzermittlungen nach unseren eigenen Daten", sagte der Bürgermeister.

Der Wert der Hamburger Behörde ist in der Regel höher als der vom RKI - die Gesundheitsbehörde meldete am Freitag eine Inzidenz von 124,9, das RKI gab am gleichen Tag für Hamburg eine Inzidenz von 108,5 an.

VIDEO: Corona-Regeln: "Hamburg bleibt bei sehr strenger Linie" (1 Min)

FFP2-Masken in Bussen und Bahn

Hamburgerinnen und Hamburger müssen sich nach der geänderten Corona-Verordnung auf eine weitere Neuerung einstellen: In Bussen, Bahnen und auf Hafenfähren reicht künftig eine einfache OP-Maske nicht mehr aus - Fahrgäste müssen eine FFP2-Maske tragen. Auch Besuche im Friseurladen und bei der Fußpflege sind in Hamburg in Zukunft nur noch mit FFP2-Maske möglich.

Einzelhandel: Kein "Click & Meet"

Ein "Click & Meet" im Einzelhandel werde es in Hamburg auch in den kommenden Wochen nicht geben, sagte Tschentscher. Das Konzept habe sich nicht bewährt, wie Zahlen etwa in Bayern belegten. Man bleibe in Hamburg bei "Click & Collect" und auch die Schnelltest-Strategie und die geltende Maskenpflicht im öffentlichen Raum würden hier fortgesetzt.

Tierpark Hagenbeck öffnet Außenbereich

Gute Nachrichten gibt es für Zoo-Fans: Der Tierpark Hagenbeck öffnet seinen Außenbereich ab Mittwoch wieder. Vor dem Besuch muss ein fester Termin gebucht und vor dem Einlass ein negativer Corona-Testnachweis vorgelegt werden. Die Hagenbeck-Innenbereiche wie das Tropen-Aquarium bleiben allerdings dicht. Die Außenbereiche von botanischen Gärten dürfen ebenfalls wieder öffnen.

In Hamburg dürfen Kinder und Jugendliche nur noch in Fünfer-Gruppen trainieren. Das sagte die Innen- und Sportbehörde NDR 90,3. Trainer und Trainerinnen müssen außerdem vorher einen negativen Schnelltest vorlegen.

Lockerungen in Pflegeheimen

Unabhängig vom Bundesgesetz sind in der neuen Corona-Verordnung aber Lockerungen für Senioren- und Pflegeheime vorgesehen. Vollständig geimpfte Bewohner und Bewohnerinnen dürfen sich dann wieder ohne Maske und Abstand treffen. Besucherinnen und Besucher müssen sich weiterhin testen lassen, dürfen aber wie vor der Pandemie täglich kommen. Grund ist, dass es kaum noch Corona-Fälle in den Einrichtungen gibt, weil sehr viele dort geimpft sind.

VIDEO: Tschentscher zur Umsetzung der "Bundes-Notbremse" in Hamburg (20 Min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.04.2021 | 14:00 Uhr

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