Stand: 15.04.2020 14:19 Uhr

Schüsse auf Rockerboss: Lange Haftstrafen gefordert

Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss im Hamburger Stadtteil St. Pauli hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine lebenslange Haftstrafe für den 29 Jahre alten Hauptangeklagten gefordert. Die Anklagebehörde zeigte sich überzeugt, dass sich das ehemalige Mitglied der "Mongols"-Rocker und seine beiden Mitangeklagten des gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht haben. Der Mann war bereits in einem ersten Verfahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Prozess wurde wegen eines Formfehlers neu aufgenommen.

In der Nacht zum 27. August 2018 waren fünf Schüsse auf einen Boss der "Hells Angels" abgegeben worden, als dieser mit seinem Bentley vor einer Ampel am Millerntorplatz halten musste. Der damals 38-Jährige wurde lebensgefährlich an Kopf und Oberkörper verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Mutmaßlicher Schütze soll in Psychiatrie

Der 73 Jahre alte Vater des deutschen Hauptangeklagten soll für elf Jahre ins Gefängnis. Für den mutmaßlichen Schützen, einen 27 Jahre alten Bulgaren, beantragte die Staatsanwaltschaft acht Jahre und zwei Monate Haft sowie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Sie geht davon aus, dass der Angeklagte vermindert schuldfähig ist.

Am nächsten Dienstag sollen die Verteidiger ihre Plädoyers halten und die Angeklagten Gelegenheit zu einem letzten Wort bekommen. Die Urteilsverkündung ist für den 23. April geplant.

Weitere Informationen
Ein Polizist untersucht ein Fahrzeug, indem ein Rockerboss angestoßen wurde.

Schüsse auf Rockerboss: Freundin nimmt Schuld auf sich

Im Prozess um Schüsse auf einen Rockerboss der "Hells Angels" am Hamburger Millerntor will die Freundin des Angeklagten die volle Schuld auf sich nehmen. Der mutmaßliche Auftraggeber wäre entlastet. (06.03.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.04.2020 | 15:00 Uhr

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