Ein Bikini-Oberteil hängt an einem Handlauf in einem Schwimmbad. © Screenshot

SPD in Eimsbüttel will "oben ohne" in Schwimmbädern erlauben

Stand: 20.06.2022 08:48 Uhr

Göttingen hat es vorgemacht: Dort hat der Stadtrat entschieden, dass alle Menschen in den Schwimmbädern "oben ohne" baden dürfen, allerdings nur am Wochenende. Einen ähnlichen Weg möchte die SPD im Hamburger Bezirk Eimsbüttel gehen.

Auch dort soll das Baden oben ohne in Schwimmbädern ausdrücklich für alle Gäste erlaubt werden, wie die SPD in Eimsbüttel am Sonntag mitteilte. "Für viele Menschen auch in Eimsbüttel ist das schlicht und einfach eine Frage der Gleichberechtigung", sagte die Bezirksabgeordnete Paulina Reineke-Rügge. Eine unterschiedliche Kleiderordnung für Frauen und Männer sei diskriminierend. Dass im Jahr 2022 solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden, sei nicht mehr zeitgemäß.

Hausordnung des Betreibers gilt

Was in den Schwimmbädern gilt, regelt der Betreiber. In Hamburg ist das in den meisten Fällen Bäderland, zum Beispiel auch im Kaifu-Bad in Eimsbüttel. Laut Hausordnung ist "oben ohne" für Frauen nicht ausdrücklich verboten. Bäderland-Sprecher Michael Dietel sagte dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen: "Es ist so lange in Ordnung, bis sich jemand daran stößt und sich belästigt fühlt." Wenn sich derjenige oder diejenige beschwere, würde man die Betreffende ansprechen und sie bitten, etwas anzuziehen.

Bäderland: Regelung nicht nur für ein Schwimmbad

Schnell will Bäderland die Hausordnung nicht ändern. Dietel: "Es ist aus unserer Sicht wichtig, dass diese Debatte auf breiter Basis geführt wird." Die Regelung dürfe nicht nur für ein Schwimmbad gelten.

Der Antrag der Eimsbütteler SPD ist Thema in der Bezirksversammlung Ende Juni. Sollte der Antrag durchgehen, wird die Debatte über "oben ohne" für alle zunächst in den Fachbehörden weitergeführt.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.06.2022 | 19:30 Uhr

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