Stand: 16.01.2019 16:21 Uhr

Razzia gegen den Ku-Klux-Klan auch in Hamburg

Bei einer Razzia gegen mutmaßliche Ku-Klux-Klan-Mitglieder sind Gebäude in acht Bundesländern durchsucht worden, darunter auch in Hamburg. Dabei hätten die Beamten mehr als 100 Waffen sichergestellt, teilte die bei den Ermittlungen federführende Staatsanwaltschaft in Stuttgart am Mittwoch mit. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren. Sie sollen eine kriminelle Vereinigung unter dem Namen "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland" gebildet haben.

"Die Mitglieder eint ihre rechte Gesinnung, die sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus äußert", teilten die Ermittler mit. Teile der Gruppen hätten Gewaltfantasien gehegt und geplant, sich zu bewaffnen. Insgesamt gehe es um 40 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet. Durchsucht wurden den Angaben zufolge zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Einer der Beschuldigten wohnt am Friedrich-Ebert-Damm in Hamburg-Wandsbek.

Insgesamt 200 Polizisten an Razzia beteiligt

Bei den Durchsuchungen kamen 200 Polizisten zum Einsatz, darunter auch Mitglieder von Spezialeinheiten. Beschlagnahmt wurden neben zahlreichen Messern, Macheten und Schwertern auch Schreckschuss- und Luftdruckwaffen. Dazu kamen Urkunden, Mitglieder- und Beitragslisten sowie T-Shirts mit einschlägigen Symbolen der Gruppierung. Die Beamten sicherten auch Computer und Mobiltelefone, um sie auszuwerten. Festnahmen soll es zunächst nicht gegeben haben.

Die Ermittler seien den Beschuldigten bei der Auswertung von Chatprotokollen eines Handys auf die Spur gekommen. Das Gerät war im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt worden.

Mann aus Wandsbek wegen rechtsextremer Propaganda aufgefallen

In Hamburg seien bislang keine festen Strukturen einer Ku-Klux Klan-Gruppe bekannt, heißt es beim Verfassungsschutz in der Hansestadt. Nach Informationen von NDR 90,3 ist der beschuldigte Mann aus Wandsbek der Polizei allerdings wegen rechtsextremer Propaganda aufgefallen. Er soll zudem Teilnehmer der "Anti-Merkel-Demos" gewesen sein, die im vergangenen Jahr die Polizei beschäftigt hatten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.01.2019 | 16:00 Uhr

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