Post: Wegen Warnstreiks bleiben Millionen Sendungen liegen

Stand: 21.01.2023 16:23 Uhr

Im Tarifstreit bei der Post hat die Gewerkschaft ver.di zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Nachdem am Donnerstag in den Brief- und Paketzentren gestreikt wurde, haben am Freitag und Sonnabend auch in Hamburg Postbotinnen und -boten ihre Arbeit niedergelegt.

Betroffen sind Zustellerinnen und Zusteller von Briefen und Paketen. Ver.di teilte mit, man wolle damit in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. "Die Resonanz ist überwältigend", sagte ver.di-Fachbereichsleiter Lars-Uwe Rieck.

Drei Millionen Briefe und eine Million Pakete betroffen

Nach Angaben der Post folgten am Sonnabend bundesweit etwa 9.400 Beschäftigte dem Streikaufruf - etwas mehr als ein Drittel der anwesenden Beschäftigten. Darum seien rund drei Millionen Briefe liegengeblieben. Das entspreche etwa sechs Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge. Bei den Paketen seien etwa eine Million Sendungen betroffen, ungefähr 15 Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge.

Ole Wackermann steht vor einem Radaktionsgebäude am Rothenbaum. © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Ver.di: Warnstreik bei der Post wird verlängert (1 Min)

Streiks schon am Donnerstag und Freitag

Bereits am Freitag hätten sich allein in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern etwa 1.000 Zustellerinnen und Zusteller am Streik beteiligt. Am Donnerstag hatten laut ver.di etwa 140 Beschäftigte in den Brief- und Paketzentren in Hamburg ihre Arbeit niedergelegt.

Auswirkungen bei Zustellungen bis kommende Woche

Die Auswirkungen des Streiks zögen sich bis in die kommende Woche, so ein ver.di-Sprecher. Liegengebliebene Briefe könnten zwar relativ einfach nachträglich zugestellt werden. Für Päckchen und Pakete gelte dies jedoch nicht, sagte der ver.di-Fachbereichsleiter.

Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Lohn

In Hamburg arbeiten insgesamt rund 7.000 Menschen für die Post. Bundesweit sind es laut ver.di etwa 160.000. Die Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Lohn. Der überwiegende Teil der ver.di-Mitglieder bei der Post habe ein niedriges Einkommen und könne Reallohnverluste nicht verkraften, begründete die Gewerkschaft die Forderung.

Nächste Verhandlungsrunde Mitte Februar

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 8. und 9. Februar statt. Ver.di plant bis dahin weitere Aktionen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.01.2023 | 16:00 Uhr

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