Ein Streifenwagen steht hinter einem Absperrband am Tatort. Ein Mann ist in Hamburg-Hamm bei einem Messerangriff schwer verletzt worden.  Foto: Jonas Walzberg

Messerattacke auf Parkplatz: Vier Jahre Haft für 24-Jährigen

Stand: 06.05.2021 18:54 Uhr

Für eine Messerattacke auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants hat das Landgericht Hamburg einen 24-Jährigen am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Er habe sich des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht, so die Richterin.

Der junge Mann hatte gestanden, im August 2020 mit einem Messer mindestens elf Mal auf seinen Kontrahenten eingestochen zu haben. Dieser wurde lebensgefährlich verletzt. Hintergrund der Tat war ein Streit zwischen den Eltern des Geschädigten und der Familie des Angeklagten.

Streit zwischen Angehörigen ging Tat voraus

Auslöser war eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr, an der der Angeklagte gar nicht beteiligt war. Die Eltern des Geschädigten hatten sich durch Einparkversuche der Schwester des Angeklagten behindert gefühlt. Dabei soll der Vater des Opfers die Schwester des Angeklagten geschlagen, die Mutter ihr zum Teil das Kopftuch heruntergerissen haben. Erst nach diesem Vorfall mischte sich der Angeklagte ein. Er fand den Namen der anderen Frau raus, rief deren erwachsenen Sohn an und verabredete sich mit ihm auf dem Parkplatz des Schnellrestaurants in der Eiffestraße im Stadtteil Hamm. Dort stach er mit einem Messer auf den ebenfalls 24-Jährigen ein. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt.

Der Angeklagte hatte im Prozess gesagt, er habe verhindern wollen, dass es bei einer erneuten Begegnung der Familien zu einer Eskalation kommt. Die Vorsitzende Richterin gestand ihm zu, dass er nicht von vornherein in böser Absicht zum Treffpunkt gekommen war. Der 24-Jährige war ursprünglich vor dem Landgericht des versuchten Mordes angeklagt. Doch das Gericht sah kein Mordmerkmal als erfüllt an. Es sei kein Überraschungsangriff gewesen, denn die Situation habe sich auf dem Parkplatz aufgeschaukelt, sagte die Vorsitzende Richterin.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer fünfeinhalb Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung hielt eine deutlich niedrigere Haftstrafe für angemessen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers zahlte der Angeklagte dem Opfer bereits vor dem Urteil 10.000 Euro Schmerzensgeld.

Weitere Informationen
Ein 24-jähriger Angeklagter im Gerichtssaal in Hamburg: Er hatte einen Mann auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants niedergestochen.

Messerattacke auf Parkplatz: Haftstrafe gefordert

Wegen versuchten Totschlags hat die Staatsanwaltschaft in Hamburg fünfeinhalb Jahre Haft für einen 24-Jährigen verlangt. (29.03.2021) mehr

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Messerattacke auf Parkplatz: Prozess gegen 24-Jährigen

Der Angeklagte soll auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Hamburg-Hamm einen anderen Mann niedergestochen haben. (25.01.2021) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.05.2021 | 16:00 Uhr

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