Stand: 14.07.2020 16:11 Uhr

Mehr Kinder und Jugendliche in Obhut genommen

Ein Kind steht am Fenster © dpa
Im Jahr 2019 wurden mehr Kinder durch Hamburger Jugendämter aus ihren Familien geholt. (Symbolbild)

Die Hamburger Jugendämter haben im vergangenen Jahr 1.634 mal Kinder und Jugendliche aus ihren Familien geholt und in Obhut genommen. Das sind 128 Fälle oder acht Prozent mehr als noch im Jahr 2018. Das hat das Statistikamt Nord ausgewertet. Bei gut einem Viertel der Fälle betraf das minderjährige Flüchtlinge, die allein hier in Hamburg angekommen sind.

Sicherung der Kinder steht im Vordergrund

So sind allein 2019 mehr als 100 Alleinreisende von den Behörden in Obhut genommen worden, die noch unter 16 Jahre alt waren. Werden Kinder aus den Familien geholt, geht es immer um ihre Sicherung, heißt es aus der Sozialbehörde. 20 Prozent der Fälle gingen auf eine Überforderung der Eltern zurück, fast ebenso viele auf Anzeichen für Misshandlung.

Und bei 15 Prozent hätten die Jugendämter Vernachlässigung der betroffenen Kinder beobachtet. Insgesamt sind im vergangenen Jahr laut Sozialbehörde 1.050 Kinder nach sogenannten Kindeswohlgefährdungs-Verfahren aus ihren Familien geholt worden. Manche sogar mehr als einmal. Diese Zahl schwankt seit Jahren nur leicht, obwohl immer mehr Kinder in der Stadt leben.

Viele Kinder haben einen Migrationshintergrund

Fast dreiviertel der in Obhut genommenen Kinder haben einen Migrationshintergrund. Ob Traumata eine Rolle spielen, von denen viele Familien nach der Flucht aus Kriegsgebieten betroffen sind, sei bisher nicht durch Untersuchungen belegt, so die Sozialbehörde. Dies sei aber durchaus denkbar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.07.2020 | 13:00 Uhr

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