Stand: 03.09.2019 16:55 Uhr

Mehr Jugendliche greifen zur E-Zigarette

Jugendliche in Hamburg sind offenbar relativ vernünftig, wenn es um Alkohol und Tabak geht. Nach Informationen von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal bleibt der Konsum laut einer neuen Studie auf einem relativ niedrigen Niveau.

Drei Mädchen schauen in einem Klassenzimmer auf ein Handy.

Studie: Drogenkonsum bei Jugendlichen geht zurück

Hamburg Journal -

Hamburgs Schüler rauchen weniger, kiffen weniger und trinken weniger Alkohol - das ergab die sogenannte Schulbus-Studie. Online-Sucht und der Konsum von E-Zigaretten nehmen jedoch zu.

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Nur jeder fünfte Jugendliche raucht

Alle drei Jahre fragen Suchtforscher Hamburger 1.033 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren, welche legalen und welche illegalen Drogen sie konsumieren - von E-Zigaretten, Zigaretten und Alkohol über Cannabis bis hin zu PC-Spielen. Ein Ergebnis der aktuellen sogenannten "SCHULBUS-Befragung", die im Klassenverband mit Tablets stattfand, lautet: Jugendliche rauchen vergleichsweise selten - nur gut 20 Prozent gaben bei der Befragung an, sich im vergangenen Monat eine Zigarette angesteckt zu haben. Das ist ein ähnlich niedriger Wert wie bei der Befragung vor drei Jahren und deutlich weniger als noch vor zehn Jahren, teilte die Forschergruppe "Sucht Hamburg" mit.

Einige Ergebnisse der "SCHULBUS"-Befragung

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Koma-Saufen ist nicht mehr cool

Ein ähnliches Bild gibt es beim Alkohol-Konsum: Das sogenannte Koma-Saufen oder Binge Drinking ist offenbar aus der Mode gekommen. Nur noch 17 Prozent der Jugendlichen gaben 2018 an, im letzten Monat mehr als fünf alkoholische Getränke an einem Abend konsumiert zu haben. Im Jahr 2012 hatten noch 31 Prozent der Jugendlichen angegeben, sich im vergangenen Monat derart betrunken zu haben. Es wurden auch weniger Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in Kliniken eingeliefert.

Hier finden Sie Hilfe bei Suchtproblemen

Die bundesweit einheitliche "Sucht & Drogen Hotline" ist unter der Telefonnummer (01805) 313 031 rund um die Uhr zu erreichen. Sie bietet telefonische Beratung, Hilfe und Informationen rund um Drogen und Sucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Infotelefon zur Suchtprävention geschaltet, das montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer (0221) 89 20 31 zu erreichen ist. Ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen in Deutschland bietet die BZgA im Internet.

Ein neuer und offenbar problematischer Trend sind das Dampfen vermeintlich harmloser E-Zigaretten oder E-Shishas - hier steigt das Konsumverhalten deutlich an. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der jungen Dampferinnen und Dampfer um sechs Prozentpunkte auf 17 Prozent erhöht. "Für langjährige Raucher können E-Zigaretten ein Ausstieg aus dem Tabakkonsum sein. Bei Jugendlichen ist es jedoch umgekehrt", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Sie kündigte an, sich auf Bundesebene für ein Verbot von Werbung für E-Zigaretten einsetzen zu wollen.

Verloren in sozialen Netzwerken

Der Konsum illegaler Drogen bleibt auf niedrigem Niveau. Zugenommen hat laut der "SCHULBUS-Befragung" hingegen der missbräuchliche Nutzung des Internets, vor allem junge Frauen verlören sich demnach immer mehr in sozialen Netzwerken.

Weitere Informationen

Weniger jugendliche Koma-Säufer in Hamburg

Der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen ist in Hamburg gesunken. Innerhalb der vergangen zehn Jahre ging er vor allem bei den 10- bis 14-Jährigen stark zurück. (22.01.2019) mehr

Unterschätzte Gefahr: Legale und illegale Drogen

Etwa 1.300 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen illegalen Drogenkonsums. Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Alkoholismus und Tabaksucht sterben, ist um ein Vielfaches höher. (27.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.09.2019 | 15:00 Uhr

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