Stand: 02.11.2020 14:30 Uhr

Mann nach Arbeitsunfall gestorben: Zu spät geholfen?

Vor drei Jahren gab es einen tödlichen Arbeitsunfall in einem Logistikunternehmen auf dem Kleinen Grasbrook. Seit Montag müssen sich zwei Männer vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg verantworten, weil sie keinen Rettungswagen gerufen hatten.

Der Lagerarbeiter war mit dem Gapelstapler umgekippt und eingeklemmt worden. Kollegen alarmierten sofort den Geschäftsführer. Dann warteten sie auf den Rettungswagen - dieser kam aber nicht, weil niemand ihn gerufen hatte. Der Geschäftsführer des Familienbetriebs hatte stattdessen nur einen Subunternehmer informiert, der den Arbeiter vermittelt hatte. Und dieser hatte sich an seinem Wohnort in Reinbek ins Auto gesetzt, war zum Kleinen Grasbrook gekommen, hatte den verunglückten Mann in sein Auto gepackt und zur Unfallklinik Boberg gebracht.

Angeklagte belasten sich gegenseitig

Das Amtsgericht in Hamburg-Harburg © NDR Foto: Heiko Block
Der Prozess findet im Amtsgericht Hamburg-Harburg statt. (Archivfoto)

Inzwischen war sehr viel Zeit vergangen. Der schwer verletzte Mann starb wenige Tage später. Dafür will niemand verantwortlich sein. Der Geschäftsführer sagte am Montag, er habe sich darauf verlassen, dass der Subunternehmer den Rettungswagen rufe. Dieser wiederum will bei seiner Ankunft schockiert gewesen sein, dass noch niemand Hilfe geholt hatte. Er habe den Verletzten selbst ins Krankenhaus gebracht, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Laut Anklage wollten die beiden verschleiern, dass es ein Arbeitsunfall war. Der verunglückte Mann hatte nämlich keinen Arbeitsvertrag.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.11.2020 | 13:00 Uhr

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