Stand: 12.02.2020 14:55 Uhr  - NDR 90,3

Lübeck will Hamburger Baustellenplanungs-Software

Jeder Punkt eine Baustelle: Die Farbbalken darunter signalisieren, von wann bis wann dort gebuddelt wird. Zudem kann das Programm "Roads" auch prognostizieren, wie sich die Baustellen auf den Verkehr in der Umgebung und im Zusammenspiel mit anderen Baustellen entwickeln wird.

Ein Computerprogramm der Hamburger Verkehrsbehörde soll auch andernorts für besseren Verkehrsfluss sorgen: Es heißt "Roads" (Roadwork Administration and Decision System) und soll die Auswirkungen von Baustellen auf den Verkehr minimieren. Jetzt will auch Lübeck die Software einsetzen. "Mithilfe digitaler Lösungen kann die Planung und Koordination der Brücken- und Straßensanierungsmaßnahmen völlig neu gestaltet werden", sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) am Mittwoch in Hamburg. "Unser Ziel ist ein besserer Verkehrsfluss."

Für Hamburgs Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) ist die Sache klar: Durch den Einsatz des Programms seien die Baustellen zwar nicht weg. Aber "Roads" helfe dabei, "die Infrastruktur dieser Stadt in Ordnung zu bringen und zu halten."

Auch gemeinsame Abstimmung geplant

Lübeck und Hamburg wollen größere Baumaßnahmen, die Auswirkungen auf beide Städte und ihr Umland haben, künftig über die Software aufeinander abstimmen. Mit "Roads" haben alle an und unter Straßen bauenden Behörden und Firmen ein gemeinsames Planungsinstrument. Es simuliert, wie welche Maßnahme wirkt. Mit der Software lassen sich unter anderem zeitliche Dauer, Besonderheiten und eine Abfolge der Baustellen aufnehmen.

Baustellen, die oftmals eine Vorlaufzeit von bis zu fünf Jahren haben, werden nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde in einer sehr frühen Phase erfasst und während der weiteren Planung mit Informationen angereichert. Somit könnten die Beteiligten jederzeit Einblick in den Planungsstand bekommen.

Weitere Städte interessiert

Lübeck will die Software von der Hamburger Herstellerfirma WPS nun zunächst für vier Jahre anmieten und gibt dafür 200.000 Euro aus. Und es könnte sein, dass die Stadt an der Trave damit nicht allein bleibt: Mit Dortmund und Stuttgart liefen derzeit auch Gespräche über den Einsatz des Programms.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.02.2020 | 17:00 Uhr

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