Peter Feder spricht den Hamburg Kommentar.  Foto: NDR/Screenshot

Kommentar: In Hamburg sollte man die Inflation stemmen können

Stand: 23.04.2022 08:40 Uhr

Jahrelang hat die Inflation in Deutschland kaum eine Rolle gespielt, jetzt ist sie auf Rekordniveau. Wir müssen mehr bezahlen, um das Gleiche zu bekommen wie noch vor einigen Monaten. Das sorgt bei vielen Menschen für Sorgenfalten. Teilweise wird in einer insgesamt wohlhabenden Stadt wie Hamburg aber auch auf hohem Niveau gemeckert, meint Peter Feder in seinem Kommentar.

Auch wenn im Supermarkt die Preise für alle identisch sind: Dieser Rekordanstieg trifft die Menschen in einer Großstadt wie Hamburg doch sehr unterschiedlich. Wer bisher nicht großartig darüber nachdenken musste, was im Einkaufswagen landet, kann jetzt genauer hinschauen, auf Eigenmarken umsteigen oder auf bestimmte Dinge verzichten. Soll heißen: Da gibt es keinen Grund zur Panik, sondern noch Spielraum zum Sparen.

Steigende Preise machen sich durchaus bemerkbar

Ich will nicht sagen, dass die gestiegenen Preise damit für jeden, der ein anständiges Einkommen hat, kein Thema sind: Wer im März im sowieso schon teuren Hamburg eine Index-Mietererhöhung bekommen hat, muss 7,3 Prozent mehr zahlen. Das Stück Butter kostet jetzt 2,10 Euro statt 1,40 Euro. Und vom Tanken will ich gar nicht anfangen.

Das tut weh und das macht wütend. Aber es bringt viele Menschen in Hamburg noch nicht an den Rand ihrer Existenz. Sie können darauf reagieren.

Hamburger Tafel registriert deutlich mehr Hilfsbedürftige

Wirklich dramatisch wird es für die Hamburgerinnen und Hamburger, die schon vor diesem massiven Preisanstieg keinen Cent übrig hatten. Sie können noch nicht einmal mehr den eigenen Einkauf stemmen. Rund 40.000 Menschen stehen in der Stadt jede Woche für Lebensmittelspenden allein bei der Hamburger Tafel an - 10.000 mehr als noch vor zwei Jahren.

Hilfsorganisationen benötigen mehr Spenden

Diese Hamburgerinnen und Hamburger sind jetzt doppelt betroffen: Denn einerseits können sie nicht auf günstigere Produkte ausweichen, um zu sparen. Und andererseits schlagen die Hilfsorganisationen Alarm, weil es kaum genug Spenden gibt, um alle Bedürftigen zu versorgen.

In Hamburg muss es Wege geben, Ärmeren zu helfen

"Armut gehört zum Bild einer Großstadt dazu." Mit diesem Spruch bin ich in Hamburg aufgewachsen. Aber in einer insgesamt doch reichen Stadt wie Hamburg kann es Mittel und Wege geben, denen zu helfen, die weniger haben. Das sehen wir aktuell in der großen Welle der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine. Und auch beim gemeinsamen Aufruf der Hamburger Tafel, mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal: Rund acht Tonnen Lebensmittel und andere Sachspenden sind da zusammengekommen - an einem einzigen Tag.

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Jeden Sonnabend um 8.40 Uhr kommentiert die Aktuell-Redaktion von NDR 90,3 das politische Geschehen in Hamburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 23.04.2022 | 08:40 Uhr

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