Stand: 20.12.2019 18:50 Uhr

Klinik in Altona: Entwürfe für Neubau präsentiert

Ein Berliner Planungsbüro hat den Architektenwettbewerb für den Neubau der Asklepios Klinik Altona gewonnen. Der Vorschlag der Hascher Jehle Berlin GmbH habe den ersten Preis bekommen, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag. Acht Konzepte von Architekturbüros waren in den Wettbewerb gekommen. Der Siegerentwurf sieht drei sechsgeschossige Gebäude auf einem langgestreckten Sockel vor. Die Pavillons schirmen die Autobahn 7 in Othmarschen von dem Park zwischen dem neuen und alten Krankenhaus ab. Es sei ein fröhliches, offenes und heiteres Haus, sagte Oberbaudirektor Franz-Josef Höing.

Drei Gebäude mit jeweils sechs Geschossen

Bei dem Siegerentwurf teilt sich das sechsgeschossige Klinikum in drei linear angeordnete Gebäude mit begrünten Innenhöfen, die auf einem langgestreckten Sockel aufliegen. Die Patientenzimmer sind überwiegend ins Grüne ausgerichtet. Attraktiv für Besucher, Patienten und Mitarbeiter ist ein Café mit großer Terrasse an den Teichen. Durch die Klinik führt ein zweigeschossiger Boulevard, der zu den Freianlagen verglast ist. Dort ist Platz für Läden, einen Friseur, einen Kiosk und Gastronomie.

Kein zweiter, aber zwei dritte Plätze

Die Jury, bestehend aus Vertretern des Senats, des Bezirks Altona, des Betreibers Asklepios sowie Experten der Stadt- und Landschaftsplanung und des Denkmalschutzes, entschied sich, keinen zweiten Preis zu vergeben, sondern zwei dritte Plätze. Dafür wurden der Entwurf des Teams HDR GmbH aus Düsseldorf sowie der des Teams um die Münchener Nickl Architekten Deutschland GmbH ausgewählt. Auch diese Entwürfe sind noch im Rennen. Die Architektenbüros können nun ihre Entwürfe noch nachbessern. Im kommenden Frühjahr soll endgültig entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt.

Fertigstellung für 2028 geplant

Der Neubau des Krankenhauses soll gegenüber dem UCI-Kino an der Autobahnauffahrt Othmarschen entstehen. Bis zum Baustart des neuen Klinikums wird mit einer Planungszeit von etwa drei Jahren gerechnet. Die Fertigstellung und Eröffnung der neuen Asklepios Klinik Altona ist für 2028 geplant. Das neue Krankenhaus soll über 800 Betten verfügen. Die Kosten für den Neubau werden auf rund 425 Millionen Euro geschätzt. In der Summe sind die Erschließung des Grundstücks und der Bau der Tiefgarage nicht enthalten. Zwei Drittel des Geldes werden von der Stadt kommen, ein Drittel von Asklepios, wie Prüfer-Storcks sagte. Eigentümer des neuen Gebäudes werde die Stadt sein, die es dem Klinikkonzern in einem zweckgebundenen Erbbaurechtvertrag überlasse.

Bestehendes Klinik-Hochhaus unter Denkmalschutz

Das bestehende Klinik-Hochhaus ist denkmalgeschützt und soll bestehen bleiben. Wie es künftig genutzt wird, ist noch unklar. Eine Möglichkeit wären zum Beispiel Mitarbeiterwohnungen für Asklepios. Aber auch ein Hotel ist dort denkbar.

Die Asklepios-Klinik in Hamburg-Altona. © picture alliance / dpa Foto: Marcus Brandt
Das bestehende Krankenhaus entspricht nicht mehr modernen Standards. Das Gebäude steht aber unter Denkmalschutz.

Das bestehende Krankenhaus wurde 1971 eröffnet. Es sei nicht zukunftsfähig, sagte Prüfer-Storcks. Als besonders nachteilig gelten der Energiebedarf und die vertikale Anordnung der Klinikeinrichtungen in dem 23-geschossigen Gebäude. Viele Wege verlaufen zeitraubend über die Aufzüge. Die heutige Klinik an der Paul-Ehrlich-Straße verfügt nach eigenen Angaben über 633 Betten. Jährlich werden in Altona mehr als 95.000 Patientinnen und Patienten im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich behandelt. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit in der Asklepios Klinik Altona beschäftigt.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.12.2019 | 17:00 Uhr

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