Stand: 12.04.2018 21:44 Uhr

Kind und Mutter sterben nach Messerattacke

In der Hamburger Innenstadt sind am Donnerstagvormittag bei einem Messerangriff ein einjähriges Kind und eine 34-jährige Frau erstochen worden. Der frühere Freund der Frau wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er sei der Vater des Kindes. Der Mann habe nach der Tat selbst gegen 10.50 Uhr den Notruf gewählt. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 33-Jährigen. Die tödliche Attacke geschah auf einem Bahnsteig im Bahnhof Jungfernstieg. Das Kind starb noch am Tatort. Die Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Nach Informationen von NDR 90,3 hatte die Frau vier weitere Kinder von unterschiedlichen Vätern. Auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) verwies in einer Beileidsbekundung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf die Geschwister des Opfers, um die sich jetzt der Kinder- und Jugendnotdienst kümmere.

Innensenator kündigt Aufklärung an

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte am Donnerstagabend am Rande des Innenausschusses an, alles dafür zu tun, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Es gehe unter anderem darum zu erfahren, was bei den Behörden über den Tatverdächtigen zuvor bekannt war.

Polizei geht von Beziehungstat aus

Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Der 33-Jährige habe "sehr gezielt und sehr massiv" auf seine beiden Opfer eingestochen, sagte Polizeisprecher Timo Zill am frühen Nachmittag. Viele Details seien momentan für die Polizei noch "völlig unklar". Man gehe aber von einer Beziehungstat aus. Mordkommission und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen.

Tatwaffe gefunden

Am frühen Donnerstagabend teilte die Polizei mit, die Tatwaffe auf dem Fluchtweg des Täters in einem Mülleimer im Bahnhof Jungfernstieg gefunden zu haben. Der Tatverdächtige soll am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Zahlreiche Menschen Zeugen der Tat

Zills Angaben zufolge waren zum Zeitpunkt der Tat zahlreiche Menschen am Bahnhof. Es gebe deshalb viele Zeugen, die befragt würden. Ein Kriseninterventionsteam sei vor Ort. Die Auswertung von Videos dauere an.

Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz, das Gebiet um den Bahnhof Jungfernstieg wurde weiträumig abgesperrt. Ein Rettungshubschrauber landete auf dem Jungfernstieg. Der S-Bahnverkehr war zwischenzeitlich beeinträchtigt. Am Donnerstagabend nahm die Hamburger S-Bahn den Verkehr über den Bahnhof Jungfernstieg wieder auf.

Bürgermeister spricht Angehörigen Mitgefühl aus

Am Nachmittag hat Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sein Entsetzen geäußert. "Ich bin erschrocken und traurig über die Tat am Jungfernstieg", twitterte er.

Kirchen zeigen sich betroffen

Auch die Nordkirche erklärte über den Kurznachrichtendienst: "Wir sind traurig. Gott halte das getötete Kind und seine Mutter." Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße teilte mit: "Eine solche Gewalttat trifft uns alle."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.04.2018 | 18:00 Uhr

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