Stand: 03.12.2019 11:53 Uhr

Kaimauer-Sanierung: Millionen für Barkassen-Umbau

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Bis zu 60.000 Euro bekommen die Barkassenbetreiber für einen möglichen Umbau der Schiffe.

Die Sanierung der Kaimauern in der Hamburger Speicherstadt stellt Barkassenbetreiber vor Probleme: Damit sie mit ihren Schiffen auch künftig in den Fleeten fahren können, stellt die Hansestadt einen Millionenbetrag für den Umbau der Barkassen zur Verfügung.

Absenkbare Ruderhäuser oder Ballasttanks

Bis zu 60.000 Euro pro Schiff können die Betreiber bekommen. Damit sollen in erster Linie absenkbare Ruderhäuser bezahlt werden - damit die Schiffe besser unter den historischen Brücken der Speicherstadt durchpassen. Denkbar sind auch zusätzliche Ballasttanks, um die Schiffe während der Fahrt durch die Speicherstadt tiefer eintauchen zu lassen.

Bei Hochwasser zu hoch für die Brücken

Das Förderprogramm ist eine Forderung der Barkassenbetreiber, nachdem die Stadt ihre Pläne für die Sanierung der maroden Kaimauern in der Speicherstadt vorgelegt hatte. Die Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Mauern ruhen meist auf Holzpfählen. Um diese zu stützen, soll die Sohle der Fleete aufgeschüttet werden. Wegen der Tide bleibt den Barkassen dann aber kaum noch Zeit, um Touristen die Fleete zu zeigen: Bei Niedrigwasser sitzen die Schiffe auf Grund, bei Hochwasser passen sie nicht mehr unter den Brücken durch.

Im vergangenen Jahr hatten die Kleinunternehmer heftig protestiert, weil sie aufgrund kürzerer Fahrzeiten massive Einnahmeverluste aus ihrem Tourismusgeschäft befürchteten. Die Behörde holte sie aber wieder ins Boot und fand nun im Dialog die Finanzlösung. Mehr als ein Dutzend Barkassenfirmen fahren mit fast 100 Booten täglich durch die Kanäle.

"Die Barkassen gehören zur Speicherstadt", sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Klaus Ehlers vom Hafenschifffahrtsverband begrüßte die Unterstützung der Stadt für die Barkassenbetreiber.

Sanierung kostet 190 Millionen Euro

Die Kaimauern der Speicherstadt (2,6 Kilometer) und des Zollkanals (1,6 Kilometer) sollen für rund 190 Millionen Euro von 2020 bis 2024 saniert werden. Ziel ist, die Standfestigkeit der Mauern für die nächsten 50 bis 80 Jahre zu sichern. Die Speicherstadt wurde zwischen 1885 und 1927 auf Tausenden Holzpfählen gegründet. Die wesentlichen Bauabschnitte sollen von Mitte 2020 an in Angriff genommen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.12.2019 | 12:00 Uhr

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