Stand: 20.04.2020 14:56 Uhr  - NDR 90,3

Infektpraxen für Menschen mit Corona-Verdacht

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) und Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) haben am Montag ein Konzept zu sogenannten Infektpraxen vorgestellt. Ab Mittwoch sollen sie Anlaufpunkt für Menschen mit möglichen Covid-19-Symptomen werden - allerdings nur nach telefonischer Terminabsprache. Unter der Telefonnummer 040 22802-930 würde Menschen mit Corona-Verdacht ein Termin in der nächstgelegenen Infektpraxis vermittelt. Patientinnen und Patienten, die schwerere Symptome haben oder nicht mobil seien, würden weiterhin über den Arztruf (116 117) betreut und gegebenenfalls zu Hause getestet. 

KVHH rechnet mit mehr Covid-19-Patienten

Viele Geschäfte haben wieder geöffnet, die ersten Schülerinnen und Schüler kehren nächste Woche in ihre Klassen zurück. Der Vorstandsvorsitzende der KVHH, Werner Plassmann, erwartet deshalb, "dass sich das Infektgeschehen verstärkt". Deshalb müsse eine Neuregelung her. Bisher galt: Wer mögliche Covid-19-Symptome hat, kontaktiert den Arztruf Hamburg. Ärztinnen und Ärzte nehmen Abstriche für den Coronavirus-Test bei den Menschen zu Hause. Bei steigenden Zahlen lasse sich das nicht mehr realisieren.

Nur mit Termin in die Infektpraxis

Nun soll es so sein, dass Menschen mit Symptomen ihre Hausarztpraxis oder den Arztruf Hamburg kontaktieren. Wenn aus deren Sicht notwendig, sollen die Patientinnen und Patienten dann an die Hotline der Infektpraxen verwiesen werden. Dort sollen sie einen Termin bekommen und untersucht werden. Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion könne dort dann auch ein Abstrich gemacht werden. Durch die Infektpraxen sollen mögliche Corona-Infizierte von anderen Patientinnen und Patienten getrennt werden.

Start mit zehn Praxen

Plassmann sagte, die Adressen der Infektpraxen würden nicht veröffentlicht. Es solle verhindert werden, dass Menschen mit Symptomen sie ohne Termin aufsuchen. Insgesamt gebe es bisher zehn Praxen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt seien. Sie seien so ausgewählt worden, dass ausreichend Parkplätze zur Verfügung stünden und dass es mindestens zwei getrennte Wartezimmer gebe. Es handele sich um Praxen von Allgemeinmedizinern und Hals-Nasen-Ohrenärzten. Die Kapazität liege bei bis zu 400 Patientinnen und Patienten pro Tag und sei schnell ausbaubar, so Plassmann.

Testkapazitäten sollen erhöht werden

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks sagte, von den Infektpraxen und anderen Maßnahmen verspreche sie sich, "dass wir die Zahl der Tests nochmal deutlich nach oben treiben werden". Derzeit würden in Hamburg wöchentlich 3.500 Corona-Tests duchgeführt. Die Stadt selbst betreibe in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) sechs Testmobile, die vor allem Menschen in Pflegeeinrichtungen testen sollen.

Mehr Sicherheit auch für andere Patienten

Die Senatorin begrüßte, dass durch die Infektpraxen Corona-Infizierte von anderen Patientinnen und Patienten strikt getrennt werden sollen. Die Zahl der Menschen, die wegen anderer Beschwerden als Covid-19 in die Praxen und Kliniken kommen, sei "auf fast schon dramatische Art und Weise zurückgegangen". Den Menschen müsse "Mut und Sicherheit" gegeben werden, dass sie die Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.04.2020 | 15:00 Uhr

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