Stand: 07.09.2020 16:04 Uhr  - NDR 90,3

IS-Prozess gegen Cuspert-Witwe: Fünf Jahre Haft gefordert

Im Prozess gegen die Witwe des früheren IS-Kämpfers Denis Cuspert hat der Oberstaatsanwalt am Montag eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verlangt. Die 36-jährige Angeklagte war mit ihren Kindern in Syrien im sogenannten IS-Kalifat. Anschließend hatte sie jahrelang unbehelligt in Hamburg gelebt.

Anklage wegen Terrormitgliedschaft

Vor Gericht trat die Angeklagte wie eine Businessfrau auf, mit schickem Blazer und goldenem Schmuck. Der Oberstaatsanwalt ist aber davon überzeugt, dass sie in Syrien Mitglied des sogenannten Islamischen Staates war - und dass sie der Terrorgruppe auch heute noch nicht ganz abgeschworen hat. Er verlangt eine Haftstrafe von fast fünf Jahren für die Frau, die in Syrien mit dem Rapper Denis Cuspert verheiratet war.

13-Jährige als Sklavin gehalten?

Der Staatsanwalt wirft der Angeklagten darüber hinaus Beihilfe zum Menschenhandel vor. Sie soll in Syrien eine 13-jährige Jesidin als Sklavin gehalten haben. Diesem Vorwurf hatte die Verteidigung widersprochen: Das Mädchen sei im Hause der Angeklagten ein Gast gewesen. Ihren Aufenthalt in Syrien hat die Angeklagte zwar eingeräumt, sie behauptet aber, dass sie sich nur das Leben dort ansehen wollte.

Frau lebte drei Jahre lang unbehelligt in Neugraben-Fischbek

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 2016 hatte die gebürtige Hamburgerin drei Jahre lang unauffällig im Stadtteil Neugraben-Fischbek gelebt, wo sie im September verhaftet wurde. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt bedauert, dass die Angeklagte "keine umfassende Lebensbeichte" abgelegt habe. Am 28. September wird der Verteidiger plädieren.

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Die Witwe des Berliner Rappers und späteren IS-Mitglieds Denis Cuspert alias Deso Dogg, Omaima M.,  sitzt zu Prozessbeginn in einem Gerichtssaal im Landgericht. © picture alliance/dpa Pool/dpa Foto: Daniel Reinhardt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.09.2020 | 15:00 Uhr

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