Stand: 05.02.2020 13:42 Uhr  - NDR 90,3

Hamburger Hafen: Coronavirus beeinträchtigt China-Handel

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China ist der wichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens.

Der Hamburger Hafen rechnet wegen des Coronavirus mit einem Rückgang beim Handel mit China in diesem Jahr. Hintergrund ist, dass in China mittlerweile zahlreiche Unternehmen ihre Produktion heruntergefahren oder gleich ganze Werke geschlossen haben. Bis zu 100.000 Container weniger als bislang gedacht werden in den kommenden Monaten aus China in Hamburg ankommen oder dorthin verschickt, schätzt Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg.

China wichtigster Handelspartner

China ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner für Hamburg. Mehr als ein Drittel des Gesamtumschlags entfällt auf das Land - insgesamt mehr als 2,5 Millionen Container pro Jahr. Betroffen vom Rückgang durch die Ausbreitung der Lungenkrankheit sind nach Einschätzung von Bonz Waren jeglicher Art und alle großen Terminals in der Hansestadt.

Stopp der Airbus-Produktion in China wirkt sich aus

Auch der Stopp der Airbus-Produktion in China dürfte sich auf den Hafen auswirken - von Hamburg aus werden die meisten Einzelteile und die Kabinenausrüstung für die Endmontage nach Asien verschifft. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, dass die Endmontage des Modells A320 im Werk in Tianjin geschlossen wird. 

Hoffnung: Rückgang soll sich mittelfristig ausgleichen

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Der Rückgang des China-Handels trifft allerdings nahezu alle großen Häfen weltweit. Der Branchendienst Alphaliner schätzt, dass allein bis Ende März rund sechs Millionen Container weniger von China aus verschifft werden oder dort ankommen.

Mittelfristig, so die Hoffnung des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, dürfte sich der Rückgang aber wieder ausgleichen - weil bereits bestellte Waren später ausgeliefert werden, wenn in China nach dem Abebben der Coronafälle die Produktion wieder hochgefahren wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.02.2020 | 15:00 Uhr

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