Hamburg startet Winternotprogramm für Obdachlose

Stand: 01.11.2021 19:07 Uhr

In Hamburg hat am Montag wieder das Winternotprogramm begonnen. Es läuft planmäßig bis Ende März und bietet obdachlos gewordenen Menschen in der kalten Jahreszeit zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten.

Etwas zu essen, ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf - täglich ab 17 Uhr öffnen die beiden Not-Übernachtungsstandorte in der Friesenstraße in Hammmerbrook und in der Halskestraße in Billbrook. Dort hat die Stadt ein ehemaliges Hotel mit 300 Schlafplätzen angemietet. In der Friesenstraße gibt es 400 Schlafplätze. Dazu kommt die Möglichkeit, in rund 100 Wohncontainern bei Kirchengemeinden und Hochschulen zu übernachten. Ein zusätzlicher Standort in der Schmiedekoppel in Niendorf mit bis zu 224 Schlafplätzen soll bei hoher Auslastung der anderen Standorte eine pandemiegerechte Belegung ermöglichen. Insgesamt bietet das Winternotprogramm etwa 1.030 Plätze.

Auch Angebote für Aufenthalt tagsüber

Alle Schlafplätze müssen morgens um 9.30 Uhr wieder geräumt werden. Aber auch tagsüber gibt es wieder zusätzliche Angebote, wo sich die Menschen im Warmen aufhalten können und etwas zu essen bekommen, wie zum Beispiel in der Markthalle am Klosterwall. Und auch der Kältebus wird in den nächsten fünf Monaten wieder nachts unterwegs sein, um Obdachlose mit Schlafsäcken und Isomatten sowie heißen Getränken zu versorgen.

Kältebus rufen für Menschen in Not

In der Hamburger Innenstadt ist der Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg von 20 Uhr bis 24 Uhr für die Versorgung vor Ort im Einsatz. Zwischen 19 Uhr und 24 Uhr fährt außerdem der Kältebus des Vereins CaFée mit Herz e.V. auf flexiblen Routen durch Altona, die Innenstadt und das gesamte Stadtgebiet. Wer in diesem Zeitraum hilfsbedürftige Menschen auf der Straße sieht, möge das mobile Team unter der Telefonnummer 0151 65683368 informieren. Tagsüber kann die Hotline der Hamburger Sozialbehörde 040 428285000 gewählt werden.

Im vergangenen Winter konnten die fast 40 Freiwilligen des Vereins so nicht nur Schlafsäcke und heiße Getränke verteilen, sondern auch 587 Menschen in die Notunterkünfte bringen.

Pik As steht ganzjährig zur Verfügung

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NDR 90,3 Reporterin Frauke Reinig. © NDR Foto: Screenshot
2 Min

Das Hamburger Winternotprogramm

NDR 90,3 Reporterin Frauke Reinig über das Winternotprogramm in Hamburg. 2 Min

Unabhängig vom Winternotprogramm gibt es die ganzjährig zur Verfügung stehende Übernachtungsstätte Pik As in der Neustadt mit 330 Plätzen und die Notübernachtungsstätte für Frauen in der Hinrichsenstraße in Hohenfelde mit bis zu 60 Plätzen. Eine Übersicht gibt es im Internet unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit.

Die Kosten für das Hilfsangebot während des Winternotprogramms bezifferte die Sozialbehörde auf voraussichtlich 13,3 Millionen Euro. Im vergangenen Winter sind auf Hamburgs Straßen bei eisigen Temperaturen 13 Menschen gestorben.

Weitere Informationen
Ein Obdachloser liegt bei Minus-Graden auf einer Bank in der Hamburger Innenstadt © dpa Foto: Kay Nietfeld

Hilfe für Obdachlose in Hamburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.11.2021 | 06:00 Uhr

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