Stand: 28.03.2019 12:45 Uhr

Hamburg Commercial Bank streicht 750 Stellen

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Die frühere HSH Nordbank heißt nach dem Verkauf Hamburg Commercial Bank.

Bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB) - ehemals HSH Nordbank - fällt in den nächsten beiden Jahren fast jeder zweite Arbeitsplatz weg. Von zuletzt mehr als 1700 Arbeitsplätzen werden rund 750 gestrichen, so dass am Ende eine Bank mit gut 950 Vollzeit-Stellen stehen werde, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Hamburg.

Die Notwendigkeit zum Personalabbau ergebe sich aus steigender Effizienz und wegfallenden Aufgaben, weil die Bank sich aus Geschäftsfeldern zurückgezogen habe und die komplizierte Ländergarantie nicht mehr zu verwalten sei. Die Aufwendungen für Personal sollen entsprechend von gegenwärtig 198 Millionen Euro bis 2022 auf 131 Millionen Euro sinken.

In Hamburg bleiben 720 Stellen

Besonders betroffen ist den Angaben zufolge der Standort Kiel, wo von mehr als 600 nur noch 235 Stellen übrig bleiben sollen, vor allem in der Informationstechnik. In Hamburg bleiben entsprechend ungefähr 720 Stellen. Ein Sozialplan und Interessenausgleich mit dem Betriebsrat seien unterzeichnet worden. Die Bank lasse sich diesen Teil der Restrukturierung rund 200 Millionen Euro kosten. Das Paket sei innerhalb von drei Monaten ausgehandelt und umgesetzt worden.

2021 soll der Umbau fertig sein

"Ich bin wirklich froh darüber, dass wir das so schnell geschafft haben", sagte Ermisch. Andere Banken hätten ähnliche Prozesse noch vor sich. Bis Mitte 2021 soll der Umbau der Bank und damit auch der Personalabbau abgeschlossen sein. Dann wird das Kreditinstitut in den Kreis der privaten Banken aufgenommen, auch mit ihrer Einlagensicherung. Ziel sei "eine ganz normale Bank". Für 2020 erwarte der Vorstand ein gutes Neugeschäft und ein positives Ergebnis, aber im Fokus stehe der tiefgreifende Transformationsprozess.

Standortfage entschieden

Auch die Standortfrage für die ehemalige Landesbank sei entschieden, so Ermisch: "Das heißt, wir müssen jetzt überlegen, was soll denn Hamburg machen und was soll Kiel machen. Und da ist ganz klar, dass Hamburg das Geschäftszentrum ist. Und es ist genauso die Realität, dass Kiel der Standort für die IT und Operations ist."

Eigentlich eine Nordbank-Bilanz

Die erste Bilanz der neuen Bank HCOB weist ein positives Ergebnis vor Steuern von 97 Millionen Euro aus und ist kaum mit dem Vorjahr vergleichbar. Es ist eigentlich die letzte Bilanz der HSH Nordbank, die Ende November 2018 an die neuen Eigentümer übergeben wurde. Die Bilanzsumme liegt noch bei 55 Milliarden Euro. Die Bank sei von Altlasten bereinigt, kapitalstark und startklar für ihre Zukunft, sagte Ermisch. Die HSH Nordbank war nach jahrelangen Krisen auf Druck der EU-Kommission an US-amerikanische Investoren verkauft worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.03.2019 | 13:00 Uhr

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