Stand: 15.11.2019 19:51 Uhr

Haft für mögliche IS-Unterstützer-Familie gefordert

Im Prozess am Oberlandesgericht in Hamburg gegen eine Familie aus Neumünster hat die Staatsanwaltschaft am Freitag ihre Plädoyers gehalten. Sie verlangt mehrjährige Haftstrafen für die Eltern und Geschwister einer jungen Frau, die nach Syrien zum IS gereist war. Mit Überweisungen hätten die Angeklagten die inzwischen erwachsene Frau und damit die Terrororganisation finanziell unterstützt, so die Staatsanwaltschaft.

Gefängnisstrafen für Bruder, Schwester, Mutter?

Der Bruder soll demnach für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis, die Schwester drei Jahre und die Mutter zwei Jahre und neun Monate. Nur der Vater soll demnach eine Bewährungsstrafe bekommen. Laut der Staatsanwaltschaft haben die vier Angehörigen genau gewusst, dass die Frau in Syrien mit dem Geld die Terrororganisation "IS" unterstützte. Denn ihre Verwandte in Syrien hatte in einem Familienchat Fotos ihres kleinen Sohnes mit einem Maschinengewehr gezeigt. Außerdem, so der Staatsanwalt, hatte sie ihrer Schwester geschrieben, dass sie beim Sturm auf die Stadt Rakka ihren Sprengstoffgürtel zünden wolle.

Mutter: "Tochter hat Fehler begangen"

Die Angeklagten schilderten ihre Erlebnisse in der Verhandlung anders: Sie sagten aus, das Geld sei nur für den Lebensunterhalt der Schwester und Tochter gewesen. "Ich konnte meine Tochter doch nicht fallen lassen, nur weil sie einen Fehler begangen hat und nach Syrien ausgereist ist," sagte die Mutter im Prozess. Und der angeklagte Vater erklärte, für ihn sei "der IS der letzte Dreck." Das Urteil für die Familie wird Ende November verkündet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.11.2019 | 18:00 Uhr

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