Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) spricht bei der Veranstaltung ""Die Lange Nacht der ZEIT 2022" in Hamburg. © Screenshot

Habeck und Tschentscher äußern sich zu möglichem Gasstopp

Stand: 03.07.2022 14:05 Uhr

Droht ein Stopp russischer Gaslieferungen? Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kann das nicht ausschließen. Das sagte er am Sonnabend im Audimax der Uni Hamburg bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit".

"Die Lange Nacht der 'Zeit'" zählte in diesem Jahr auch den Bundeswirtschaftsminister zu seinen Gästen und es wurde über die künftige Energieversorgung Deutschlands sowie einen möglichen Gasmangel diskutiert. Habeck sprach in diesem Zusammenhang von einem sichtbaren Muster. Zwar sei er froh, nicht in den Kopf des russischen Präsidenten Wladimir Putin blicken zu können. Allerdings sei es dessen Ziel, die Einheit und Solidarität der deutschen Gesellschaft zu zerstören, etwa über explodierende Energiepreise. Diese, so Robert Habeck, seien eine Bedrohung für den sozialen Frieden.

Habeck: "Sehr, sehr gereizte Debatten" drohen

Sollte Deutschland es nicht schaffen, die Speicher vor einem russischen Gasstopp bis zum Winter vollständig aufzufüllen oder Gas auf anderem Wege zu beschaffen, stünden "sehr, sehr gereizte Debatten" bevor. Für Hamburg könnte dies auch Einschränkungen wie rationiertes Warmwasser oder eine Absenkung der maximalen Raumtemperatur im Fernwärmenetz bedeuten, wie Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" andeutete.

Tschentscher: Weitere Windräder auch in Naturschutzgebieten

Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) war zur Veranstaltung geladen und sprach über die künftige Energieversorgung. Dabei zeigte er sich offen dafür, weitere Windräder auch in Naturschutzgebieten aufzustellen. Angesichts der aktuellen Energie-Probleme sei das vertretbar, meinte Tschentscher. Vor allem im Hafengebiet könnten neue Windräder entstehen. Ziel sei dort eine Verdopplung der Windenergie.

Habeck lobt Bereitschaft, Energie einzusparen

Lobend äußerte sich Habeck über die Bereitschaft der Deutschen, Energie einzusparen. Immerhin läge der Erdgasverbrauch in diesem Jahr bislang um 14 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Weitere Informationen
Olaf Scholz © picture alliance / Geisler-Fotopress

Scholz im Interview: Heizkosten sind "sozialer Sprengstoff"

Bundeskanzler Scholz hat sich im ARD-Sommerinterview besorgt wegen der Inflation und hoher Energiekosten geäußert. Mehr bei tagesschau.de (03.07.2022) extern

Jens Kerstan bei einer Rede in der Hamburgischen Bürgerschaft © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Kerstan: Warmwasser im Notfall "nur zu bestimmten Tageszeiten"

Der Hamburger Umweltsenator hat für den Fall eines Gas-Notstandes eine Begrenzung der Warmwasser-Mengen für private Haushalte angekündigt. (02.07.2022) mehr

Brennende Gasflammen eines Gasherdes. © fotolia.com Foto:  by-studio

Hohe Gaspreise: Worauf sollten Verbraucher achten?

Verbraucher bezahlen weiterhin viel für Gas. Was können sie bei einer Preiserhöhung tun? Wie funktioniert die Gaspreisbremse? mehr

Gasspeicherfüllstände in und Pipeline-Flüsse nach Deutschland © NDR

Gasspeicher: Der aktuelle Füllstand in Deutschland

Füllstand der Gasspeicher, Gasverbrauch, Gasimporte: Die wichtigsten Daten in der Live-Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.07.2022 | 08:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Gas

Energie

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht beim traditionellen Matthiae-Mahl des Hamburger Senats im Großen Festsaal im Rathaus. © dpa Foto: Christian Charisius

Matthiae-Mahl: Scholz betont Solidarität der NATO-Partner

Der Bundeskanzler war wie Estlands Regierungschefin Kallas zum traditionellen Festmahl in Hamburg geladen. Für Russlands Aggression fand er klare Worte. mehr