Stand: 08.08.2019 19:05 Uhr

"Keine komfortable Reise für Greta Thunberg"

Der Hamburger Segelprofi Boris Herrmann bringt die schwedische Klima-Aktivistin und "Fridays for Future"-Gründerin Greta Thunberg mit einem emissionsarmen Segelboot zur Klimakonferenz nach New York. Die findet am 23. September statt. Bereits nächste Woche könnte die Reise losgehen, wenn das Wetter mitspielt.

Boris Herrmann ist an zwei Orten zu Hause. In Hamburg und auf dem Meer. Letzteres ist meistens ziemlich ungemütlich. Der Profi-Segler ist damit aufgewachsen, er kennt die Gefahren der ungezähmten Natur. Seine 16-jährige Begleiterin aber nicht. Greta Thunberg ist noch nie gesegelt. Für ihre Reise nach New York zum Klimagipfel verzichtet sie jedoch auf Grund des hohen Schadstoffausstoßes auf das Flugzeug. Stattdessen möchte sie über den Atlantik segeln - mithilfe von Boris Herrmann und Crewkollege Pierre Casiraghi aus dem monegassischen Adelshaus, an Bord der "Malizia II".

Schiffsbegehung per Videokonferenz

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Boris Herrmann am Steuer seiner Segeljacht.

Der in Oldenburg geborene Herrmann wohnt in Hamburg in der Hafencity. Gerade ist er zwischen einer Regatta und der Tour mit Greta drei Tage zuhause. Er plant den Trip und studiert die Wetterlage. Den ersten Kontakt zwischen dem 38-Jährigen und Greta hat es vor zwei Monaten gegeben. Es ging darum, ihr einen Eindruck von der emissionsarmen Rennjacht zu vermitteln, die zu dem Zeitpunkt in Monaco lag. "Wir haben ihr per Videokonferenz, die über eine Stunde dauerte, das Segelboot vorgestellt. Also die Ausstattung gezeigt und wo man schläft oder kocht. Später gab es noch ein persönliches Treffen in Paris," sagt Boris Herrmann.

3.000 Seemeilen bis zum Klimagipfel in New York

Der Segeltörn soll im britischen Plymouth starten und erstreckt sich über gut 3.000 Seemeilen bis nach New York. Die Jacht ist ein reines Sportgerät. Für die Reise wurden zusätzliche Kojen für Greta, ihren Vater Svante und einen Dokumentarfilmer eingebaut. Das heißt: Etwa zwei Wochen zu fünft auf engstem Raum. Sicher ungewohnt für Vater und Tochter Thunberg. "Wir haben Greta gewarnt, dass es keine komfortable Reise sein wird, dass sich das Boot extrem bewegt. Und wir haben ihr auch gezeigt, wie man auf Toilette geht, da es auf der "Malizia II" kein fest installiertes WC gibt, nur einen Eimer", erklärt Herrmann.

Der Oldenburger Segelsportler Boris Herrmann im Portrait. © picture alliance Foto: Jean Marie Liot

Boris Herrmanns Trip mit Greta Thunberg

NDR 90,3 -

Der Segelprofi Boris Herrmann bringt die 16-jährige Greta Thunberg nach New York zum Klimagipfel. Die Reise in der emissionsarmen Jacht ist ein Abenteuer - und birgt auch Risiken.

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Segeltörn über den Atlantik birgt Risiken

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Die erfahrenen Segler Boris Herrmann (l.) und Pierre Casiraghi segeln Greta Thunberg über den Atlantik.

Boris Hermann und Pierre Casiraghi werden das Schiff segeln, abwechselnd im Zwei-Stunden-Rhythmus. Aber bei der Reise über den Atlantik bleiben Risiken, von Seekrankheit bis Erschöpfung, weiß der Segelprofi. "Wir können ihr nicht aufzwingen, diese Reise schaffen zu müssen. Wenn es ihr schlecht geht, dann gibt es verschiedene Alternativen: Zum Beispiel sich einfach treiben zu lassen, oder die Route zu ändern oder gar umzudrehen", so der Segelprofi. Anfang der Woche geht es für Boris Herrmann nach England, je nach Wetterlage will er Mitte des Monats mit Greta von dort aufbrechen. Vor Seekrankheit fürchtet sich die Klimaaktivistin übrigens nicht. Sie habe auch keine Probleme beim Lesen im Auto oder im Karussell, sagt ihr Vater, und sei insgesamt eher unempfindlich. Zur Not, so Skipper Herrmann, seien an Bord auch Medikamente und es gebe vom Land aus ärztliche Betreuung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 08.08.2019 | 17:45 Uhr

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