Gegen Rüstungsexporte: Greenpeace-Schiff startet in Hamburg

Stand: 27.05.2021 07:49 Uhr

Das Greenpeace-Schiff "Beluga II" bereitet sich in Hamburg auf eine Deutschland-Tour vor: Es läuft bis Ende August 14 Städte an und informiert über deutsche Rüstungsexporte.

"Entrüstung jetzt": So steht es auf einem großen Banner zwischen den Masten der "Beluga II" an der Hamburger Überseebrücke. Die Umweltorganisation Greenpeace will in den kommenden drei Monaten mit einer bundesweiten Schiffstour für die Einschränkung deutscher Waffenexporte werben.

"Jeden Tag ein Waffen-Container"

Deutschland ist viertgrößter Rüstungs-Exporteur weltweit. "Ein internationales Schwergewicht", meint Greenpeace-Abrüstungsexpertin Anna von Gall. Allein im Hamburger Hafen seien im vorigen Jahr Waffen und Rüstungsgüter im Wert von rund einer Milliarde Euro umgeschlagen worden. Statistisch gesehen verlasse jeden Tag ein Container vollgefüllt mit Waffen den Hafen.

Greenpeace fordert neues Gesetz

Trotz der gesetzlichen Rahmenbedingungen würden immer noch Waffen in Länder exportiert, in denen die Menschenrechte verletzt werden und die in bewaffnete Konflikte verwickelt sind. Notwendig sei daher ein neues Gesetz, das den Export in Länder verbietet, die nicht der EU angehören oder EU-Ländern gleichgestellt sind, forderte von Gall. "Außerdem brauchen wir ein neues Verständnis von Sicherheit, das nicht auf Waffen, sondern auf Krisenprävention, Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge baut."

14 deutsche See- und Binnenhäfen wird die "Beluga II" anlaufen, um über den Gesetzentwurf zu informieren. Mit an Bord ist eine Ausstellung des Fotografen Nikita Teryoshin. Er hat weltweit auf Waffenmessen fotografiert und wurde unter anderem vom World Press Photo Wettbewerb ausgezeichnet. Führungen über die "Beluga II" sind derzeit angesichts der Corona-Bestimmungen noch nicht möglich. Alternativ werden virtuelle Führungen angeboten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.05.2021 | 12:00 Uhr

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