Stand: 25.01.2019 20:38 Uhr

G20-Prozess: Haftstrafe für Plünderer

Wegen Beteiligung an Plünderungen und Angriffen auf Polizisten am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat das Amtsgericht einen Angeklagten zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 30-Jährige aus Köln muss für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. "Das war gezielte und sinnlose Gewalt, die über jegliche Form von Protest hinausging, das war purer Vandalismus", sagte die Richterin am Freitag nach Angaben eines Gerichtssprechers.

Angeklagter ist geständig

Der Angeklagte hatte gestanden, am 6. und 7. Juli 2017 Polizisten mit Flaschen und einem Stein beworfen zu haben. Auch war er auf Videoaufnahmen, die ihn beim Plündern eines Supermarkts und einer Drogerie im Schanzenviertel zeigten. An den beiden Geschäften war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro entstanden.

Ecstasy-Pillen und viel Alkohol

Der Verteidiger hatte erklärt, die Plünderungen seien von einer Sinnlosigkeit gekennzeichnet gewesen, die seinen Mandanten heute sprachlos mache. Der Angeklagte sei nicht aus politischen Gründen zu den Protesten nach Hamburg gereist. "Für ihn war es mehr ein Event", sagte Rechtsanwalt Günter Teworte. Der Angeklagte selbst erklärte, er habe damals Ecstasy-Pillen und viel Alkohol konsumiert.

Öffentlichkeitsfahndung brachte Ermittlungserfolg

Das Schöffengericht zeigte sich überzeugt, dass der Angeklagte auch am 8. Juli 2017 noch Polizisten angegriffen und beleidigt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchter Sachbeschädigung. Die Ermittler waren dem Angeklagten über die erste Öffentlichkeitsfahndung im Dezember 2017 auf die Spur gekommen, wie der Gerichtssprecher sagte. Der gelernte Schweißer ist nach Angaben des Gerichts erheblich vorbestraft.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 25.01.2019 | 19:30 Uhr

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