Stand: 14.08.2020 17:38 Uhr

Falsche Polizisten: Prozess gegen mutmaßliche Betrüger

Eine Bande mutmaßlicher Polizistentrick-Betrüger muss sich seit Freitag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau, die von Senioren Tausende Euro erbeutet haben sollen.

Am Telefon als Polizisten ausgegeben

Ein Angeklagter erzählte vor Gericht, wie er zu der Bande gestoßen sei. In einer Shisha-Bar hätten Leute vor ihm geprahlt, dass sie mit dem Polizistentrick viel Geld verdienen würden. Der 30-Jährige kam nach eigener Darstellung in Versuchung, machte mit und holte drei Bekannte hinzu. Die Mitglieder der Bande gaben sich am Telefon alten Menschen gegenüber als Polizisten aus und behaupteten, Geld und Schmuck der Senioren wäre in Gefahr. Bei einem Einbrecher sei ein Zettel mit ihrem Namen gefunden worden, sie seien das nächste Opfer und sollten ihre Wertsachen sicherheitshalber der Polizei übergeben. Ein Bandenmitglied holte das Geld dann bei den eingeschüchterten Senioren ab. 80.000 Euro erbeuteten die Angeklagten auf diese Weise allein bei einer Rentnerin aus Wandsbek.

Kein Deal

Nun sitzen die vier Angeklagten vor Gericht und hoffen auf eine milde Strafe. Doch ein sogenannter Deal - also eine geringe Strafe gegen ein umfassendes Geständnis - kommt nicht zustande. Die Verteidiger des Hauptangeklagten wollten eine Bewährungsstrafe aushandeln, das aber machte die Staatsanwältin nicht mit. Nun müssen die betrogenen Senioren als Zeugen aussagen. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 14.08.2020 | 17:00 Uhr

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