EuGH: Kopftuchverbot in Kita kann rechtens sein

Stand: 15.07.2021 10:25 Uhr

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Arbeitgebenden gestärkt, die muslimischen Mitarbeiterinnen das Tragen von Kopftüchern verbieten.

Das Verbot des Tragens jeder sichtbaren Ausdrucksform politischer, weltanschaulicher oder religiöser Überzeugungen könne durch das Bedürfnis des Arbeitgebers gerechtfertigt sein, gegenüber den Kundinnen und Kunden ein Bild der Neutralität zu vermitteln oder soziale Konflikte zu vermeiden, entschied der EuGH am Donnerstag. Hintergrund des Urteils waren zwei Fälle aus Deutschland, darunter der Fall einer Mitarbeiterin einer Kita in Hamburg, der das Tragen des Kopftuches am Arbeitsplatz verboten wurde.

Kita-Betreiber untersagte Kopftuch

Die Frau wollte nach ihrer Elternzeit mit einem Kopftuch an ihren Arbeitsplatz in einer Hamburger Kita zurückkehren. Der private Kita-Betreiber untersagte ihr, mit Kopftuch zu arbeiten und mahnte die Erzieherin ab. Eine Kündigung musste er wegen einer erneuten Schwangerschaft zurücknehmen.

Pauschales Kopftuchverbot unzulässig?

Dennoch landete der Fall vor dem Hamburger Arbeitsgericht. Dies verwies im November 2018 weiter an den Europäischen Gerichtshof. Mit verhandelt wurde auch der Fall einer Mitarbeiterin eines Drogeriemarktes in Bayern. Auch ihr wurde das Kopftuch am Arbeitsplatz verboten.

Weitere Informationen
Das Haus der Gerichte in Hamburg. © NDR Foto: Heiko Block

Streit um Kopftuch: Amtsgericht verurteilt Fitnessstudio

Das Amtsgericht St. Georg hat der Klage einer Hamburgerin stattgegeben, die wegen ihres Kopftuches nicht trainieren durfte. (04.03.2021) mehr

Muslime in Deutschland © dpa-Bildfunk

Kopftuch in Kita: Hamburger Fall beschäftigt EU-Gericht

Darf eine Kita einer Erzieherin das Kopftuch-Tragen verbieten? Ein Fall aus Hamburg beschäftigt den Europäischen Gerichtshof. (25.05.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.07.2021 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Die Bar "Sands" nähe Dammtor. © NDR Foto: Marco Peter

Möglicher Corona-Ausbruch in Hamburger Bar: Nur 55 machen Test

Besucher der "Sands Bar" am Dammtor, die sich dort am Samstagabend aufgehalten haben, waren aufgerufen, sich auf Corona testen zu lassen. mehr