Stand: 27.12.2019 19:46 Uhr  - NDR 90,3

Erstes Demografie-Monitoring für Hamburg

Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) präsentiert Ergebnisse einer Befragung. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz
Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks sieht das Demografie-Monitoring als wichtige Grundlage für Entscheidungen in den Behörden. (Archivbild)

Wie wird sich Hamburgs Bevölkerung in den kommenden 10 Jahren entwickeln? Dieser Frage ist die Stadt jetzt erstmals im sogenannten Demografie-Monitoring nachgegangen. Mit den Daten sollen Veränderungen und Entwicklungspotenziale in den Quartieren erkannt werden. Ziel ist nach Angaben der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die demografische Entwicklung der Stadt langfristig im Blick zu haben.

Gegensätze zwischen den Stadtteilen

Die am Freitag vorgelegte und online verfügbare Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Einwohnerentwicklung in den Hamburger Stadtteilen sehr unterschiedlich verläuft. In Eimsbüttel zum Beispiel wird Abwanderung durch Geburtenüberschüsse kompensiert, so dass die Bevölkerung insgesamt wächst. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Stadtteile wie Veddel, aus denen mehr Menschen abwandern, als geboren werden.

Viele junge Menschen in der Innenstadt

Aufgrund des starken Zuzugs vor allem junger Menschen ist dem Bericht zufolge der demografische Wandel und die damit verbundene Alterung der Bevölkerung in Hamburg derzeit nicht so stark ausgeprägt. In den vergangenen Jahren seien mehr Kinder in Hamburg geboren als Sterbefälle verzeichnet worden, heißt es. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil junger Erwachsener sei in den citynahen Stadtteilen zu finden. In den zentrumsferneren Lagen ist der Seniorenanteil demnach tendenziell höher.

Haushalte werden kleiner

Mit der positiven Bevölkerungsentwicklung geht laut dem Demografie-Monitoring ein Anstieg der Haushalte einher. Die Analysen haben gezeigt, dass rund 80 Prozent der Haushalte von einer Person oder von Paaren bewohnt werden. In absoluten Zahlen haben aber auch die Familienhaushalte zugenommen. Der Anteil alleinerziehender Haushalte ging dagegen zurück. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz geht davon aus, dass die Bevölkerungsentwicklung voraussichtlich bis zum Jahr 2030 anhalten wird.

Senatorin: Demografische Entwicklung kontinuierlich beobachten

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagte, dass sich nicht nur die Altersstruktur verändern werde, auch die Nachfrage nach beispielsweise Einrichtungen zur Kinderbetreuung, Mehrgenerationenhäusern oder Senioreneinrichtungen werde steigen. "Das Demografie-Monitoring bildet den Auftakt zu einer kontinuierlichen Beobachtung der demografischen Entwicklung in Hamburg und ist eine wichtige Grundlage für alle Hamburger Fachbehörden und Bezirke, um zielgerichtet Maßnahmen treffen zu können“, so die Senatorin.

Weitere Informationen
Drei Frauen schieben drei Kinderwagen vor sich her. © dpa - Bildfunk Foto: Marcus Brandt

Demografie-Monitoring für Hamburg vorgelegt

Den kompletten Bericht zur demografischen Entwicklung unter dem Titel "Die Stadt im Wandel" können Sie auf der Seite der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz herunterladen. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.12.2019 | 17:00 Uhr

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